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Vollsperrung in Seeburg ++ Ausschuss für Gelbe Tonnen im Havelland ++ Frisöre und Baumärkte ab Montag geöffnet

Wir im HavellandWir im Havelland
Liebe Leserinnen und Leser,
das Wochenende steht vor der Tür. Auch wenn sich das Wetter, anders als in der Vorwoche, in den nächsten Tagen wohl eher durchwachsen präsentiert, können Sie hoffentlich den ein oder anderen Sonnenstrahl im Havelland erhaschen.
Viel unterwegs im Landkreis waren in dieser Woche auch die Kollegen unserer Redaktion. Wie berichtet suchen wir die schlechteste Straße im Havelland. Das Thema bewegt die Gemüter - täglich erreichen uns Nachrichten, die von Buckelpisten ohne Ende berichten. Die MAZ-Redakteure haben inzwischen etliche dieser Straßen selbst vor Ort in Augenschein genommen. Noch bis zum 28. Februar sammeln wir Ihre Vorschläge (schicken Sie uns diese gern per E-Mail an havelland@maz-online.de). Anschließend können die Havelländer im großen Voting abstimmen, welcher der eingereichten Vorschläge den wenig rühmlichen Titel als schlechteste Straße des Havellandes erhält. Weit vorn dabei ist sicher auch die L16 in Schönwald-Glien, die unser Kollege Andreas Kaatz jüngst unter die Lupe nahm.
Einen Schritt voran gekommen ist man unterdessen in der Falkenseer Kommunalpolitik, die ja durchaus dafür bekannt ist, nicht sonderlich zimperlich im Umgang miteinander zu sein. Am Mittwoch gab es nach Jahren der Diskussion eine Premiere: Erstmals wurde die Stadtverordnetenversammlung im Livestream für alle Falkenseer ins Internet übertragen. “Hat gar nicht wehgetan”, könnte man sagen und nicht verstehen, warum über dieses Thema so viele Jahre gestritten wurde. Anfangs machten sich die Falkenseer Linken dafür stark, dann wurden die Grünen die Argumentationsvorreiter. Argumente gegen die digitale Übertragung der Sitzungen gab es offen oder auch unterschwellig, mancher bemühte angesichts der Blockierer gar die Formulierung der “alten weißen Männer”. Am Ende funktionierte die Technik. Der Livestream macht mehr demokratische Teilnahme möglich, auch wenn er manches womöglich auch unbequemer macht. In Zeiten, in denen große Zusammenkünfte nach wie vor coronabedingt nicht möglich sind und daher auch die Besucherzahl bei den Sitzungen der Stadtverordneten begrenzt ist, sind die Videoübertragungen auf jeden Fall eine gute Sache. Zu finden sind diese übrigens unter www.falkensee.de/livestream.
 
Während es bei den politischen Debatten und auf dem Thermometer in den vergangenen Tagen ein lebhaftes Auf und Ab gab, registrieren wir an anderer Stelle hingegen mehr oder weniger Stagnation. Und zwar an der Corona-FrontInfektionszahlen und Inzidenzwerte pendeln sich ein, bei der Impfstoffbeschaffung fehlt nach wie vor der große Durchbruch und auch das Impfzentrum im Havelland ist immer noch nicht eingerichtet. Immerhin: Die ersten Schüler konnten in dieser Woche zurück in ihre Klassenräume kehren. Wie der “Neustart” nach dem Lockdown Mitte Dezember an den Havelländer Grundschulen lief? Unsere Kollegen haben sich vor Ort umgeschaut und schnell festgestellt - nicht nur bei vielen Grundschülern, auch bei vielen Eltern war die Sehnsucht nach der Rückkehr in die Schule groß.
 
Ich hoffe sehr, dass wir Ihnen im nächsten Newsletter in einer Woche auch in den anderen Punkten berichten können, dass sich die Situation verbessert hat. Kommen Sie bis dahin gut durch die nächsten Tage und bleiben Sie vor allem gesund!
Bis dahin grüßt Sie herzlich
Ihr Sebastian Morgner
Haben Sie Anregungen, Kritik oder ein Thema, über das wir berichten sollen? Dann schreiben Sie mir gern an sebastian.morgner@maz-online.de.
Das waren die Top-Nachrichten in dieser Woche

L20-Vollsperrung in Seeburg ab Montag: So verläuft die Umleitung
Noch kein Ergebnis zu toten Kormoranen in Rathenower Stadthavel
Kinderärzte organisieren im Westhavelland Bereitschaftsdienst
Pläne für Falkenseer Bibliothek weiter in der Warteschleife
Viele Schlaglöcher im Havelland: Straßenmeistereien müssen Winterschäden beseitigen
Feuerwache in Brieselang platzt aus allen Nähten
Kreistag entscheidet über Nachfolge von Henning Kellner
Gelbe Tonne im Havelland: So verlief die Diskussion im Umweltausschuss
Rathenow stellt Weichen für ein neues Frauenhaus im Havelland
Die Corona-Lage im Havelland

Der Pandemie-Verlauf im Havelland. Graphik: MAZ
Der Pandemie-Verlauf im Havelland. Graphik: MAZ
Wie eingangs bereits geschrieben - die Corona-Lage im Havelland stagniert mehr oder weniger. Die Zahl der Infizierten im Kreis stieg im Wochenverlauf an. Waren es am Montag noch vier neue Fälle, die das brandenburgische Gesundheitsministerium für das Havelland vermeldete, kletterte die Zahl am Dienstag auf elf. Auch am Mittwoch wurden elf neue Positivfälle gemeldet, am Donnerstag stieg die Zahl dann auf mehr als das Doppelte. 26 Neuinfektionen meldete das Havelland. Der Inzidenzwert lag am Donnerstag bei 81,0 und damit deutlich höher als der Brandenburger Landesdurchschnitt von 62,7. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 wurden 4083 Havelländer erfasst, die an Covid-19 erkrankt sind. 138 von ihnen starben in dieser Zeit.
Unterdessen stehen die ersten Lockerungen des Lockdowns vor der Tür. So dürfen ab Montag die Frisöre in Brandenburg endlich wieder Kunden empfangen und frisieren. Die Ketzinerin Nicole Krebs führt seit vielen Jahren das inzwischen 102 Jahre alte Frisörgeschäft „Hausknecht“, das sie einst von ihrem Vater übernahm. Zudem ist die 53-Jährige auch die Innungsobermeisterin des Frisörhandwerks und mit der Situation der Innungsbetriebe aufgrund der Corona-Krise sehr vertraut.
“Ich spüre schon das Kribbeln in meinen Fingern. Ich kann es kaum erwarten, wieder im Laden zu stehen und für die Kunden da zu sein”, blickt sie auf den kommenden Montag voraus. “Zehn Wochen war unser Geschäft noch nie geschlossen”, sagt sie. Dies gehe allen Frisörbetrieben ähnlich, die Mitglieder der Innung sind und mit denen sie gesprochen habe, berichtet sie im MAZ-Interview. “Das Hygienekonzept steht, so wie es auch im ersten Lockdown funktioniert hat”, schaut sie optimistisch auf den Neustart. Das Terminbuch für die ersten 14 Tage sei rammelvoll.
Menschen aus dem Havelland

Paulina Block arbeitet in einer Männerdomäne: Als  Straßenwärterin tourt sie durchs Havelland
Mario Kaiser pendelt zwischen Metal-Band und Seniorenpflege
Werkstattbesuch: Harry Weber ist der absolute Fahrrad-Fachmann
Der preisgekrönte Filmemacher aus Nennhausen: Ralf Pleger
Das MAZ-Fotorätsel der Woche

Knifflig unser Fotorätsel in dieser Woche. Wo befindet es sich? Foto: Marlies Schnaibel
Knifflig unser Fotorätsel in dieser Woche. Wo befindet es sich? Foto: Marlies Schnaibel
Rätselraten ist ja eine Art Spielzeug fürs Gehirn. Kopfsache also. Und nach einer Kopfsache, nämlich einer aus Eisen, suchen wir bei unserem Fotorätsel in dieser Woche. Knifflig ist es wohl - haben Sie diesen imposanten Kopf im Havelland schon einmal gesehen?
Wenn Sie die Antwort kennen, schicken Sie uns gern bis Montag, den 1. März, 12 Uhr, eine E-Mail mit dem Kennwort “Bilderrätsel” an havelland@maz-online.de. Die Auflösung zum Rätsel gibt es im nächsten Newsletter, der am 5. März in Ihr Postfach flattert.
MAZ-Fotorätsel – die Auflösung vom 19. Februar
Ein Hahn und Ranken – sie gehören zum Schmuck des Hauses, das wir vor einer Woche suchten. Es ist das Falkenseer Rathaus. Im gesamten Gebäude finden sich solche Schmuckelemente über den Türen und im Treppenflur – sie spiegeln den Zeitgeschmack von mehr als 100 Jahren wider, wie MAZ-Redakteurin Marlies Schnaibel weiß. Da wurde nämlich das Falkenseer Rathaus gebaut, an dem sich der gesuchte Erker befindet. Wobei, genau genommen war es da noch nicht das Falkenseer Rathaus, sondern das Falkenhagener Rathaus. Die Gemeinde Falkenhagen baute ihren schmucken Amtssitz 1918. Als die Gemeinde sich 1923 mit dem Nachbarn Seegefeld vereinte, war das die Geburtsstunde von Falkensee. Und schnell zeigte sich: Das Rathaus ist zu klein. Die Falkenseer verdoppelten ihr bestehendes Haus einfach baugleich. Auf den ersten Blick fällt dies gar nicht auf.
Im Anbau dokumentierte sich dann wahrlicher Bürgerstolz. Besonders markant - der Fensterschmuck im Sitzungssaal von 1928. Der Berliner Architekt Paul Ueberholz entwarf den Erweiterungsbau und führte die neoklassizistische Formensprache des Ursprungsbaus fort: mit den plastischen Ornamenten von Ranken, Tieren, Menschen und Obst. Die Bauausführung übernahm damals übrigens die Bötzower Firma von Max Schröder.
Der Erker am Falkenseer Rathaus. Foto: Marlies Schnaibel
Der Erker am Falkenseer Rathaus. Foto: Marlies Schnaibel
Das Rathaus ist also ein verkapptes Doppelhaus und es ist in die Jahre gekommen. Seit vielen Jahren wird bereits eine grundlegende Sanierung geplant. Bis zum 100. Geburtstag von Falkensee ist nicht mehr allzu viel Zeit.
Kulturelles Havelland

Frank Dittmer wird zum Podcast-Leser. Foto: Privat
Frank Dittmer wird zum Podcast-Leser. Foto: Privat
Mission Tucholsky – so könnte man das nennen, was der Falkenseer Frank Dittmer Woche für Woche macht. Er liest für seinen ganz privaten Podcast Texte von Kurt Tucholsky ein. Die sind 100 Jahre alt und stammen aus dem Jahr 1921.
Als Frank Dittmer mit seinem Podcast begann, war Corona nicht mehr als eine Lichterscheinung. Heute legt das Virus große Teile der Gesellschaft lahm, die Kultur ist besonders betroffen. Ein Podcast scheint da das Medium der Stunde zu sein, um nicht zu verstummen, meint MAZ-Redakteurin Marlies Schnaibel.
In seinem heimischen Wohnzimmer produziert Frank Dittmer Woche für Woche seinen Tucholsky-Schnipsel für den Hörkanal. Den Podcast hat er „Wrobel“ genannt, und greift damit eines der berühmten Pseudonyme Tucholskys auf.   
Viele Havelländer kennen Frank Dittmer als Leiter der Volkshochschule in Falkensee, haben ihn aber auch schon bei seinen Lesungen, etwa auf Schloss Ribbeck, erlebt. Hinter Anwaltssohn Dittmer liegt eine bewegte Vita: Er studierte Theaterwissenschaften, arbeitete als Dramaturg an Berliner Off-Bühnen, war in Theater und Rundfunk als Musikkabarettist zu erleben, war Kultur-Referent und Pressereferent im Rathaus Schöneberg, Kulturstadtrat und Museumsgründer im Dessau-Wörlitzer Gartenreich, ehe ihn sein Lebensweg nach Falkensee führte. In Soloprogrammen präsentierte er immer wieder Werke der Weltliteratur, verfasste aber auch eigene Texte und Bücher.
Hundert Jahre nach ihrem Erscheinen sind Tucholskys Texte immer noch hochaktuell“, schwärmt Dittmer und will davon auch andere überzeugen. Die Texte sind bissig, politisch, unterhaltsam, heiter und sprachlich eine Klasse für sich. Tucholsky-Klasse eben. Und sie sind auch historische Dokumente. Dittmer wählt die Texte mit Bedacht aus und liest sie ein. Ein paar Minuten dauert das Zuhör- und Denkvergnügen.
Mit „Achtundvierzigfing Frank Dittmer im Januar 2019 an. In den vergangenen Wochen las er Texte aus dem Jahr 1921 ein. „Hepp Hepp Hurra“ hört sich an wie Karneval, aber es geht um den Politzirkus und den Wahlkampf. Bei „Palaise de Danse“ begibt sich der Autor ins tanzwütige Berlin der zwanziger Jahre. „Valeska Gert“ berichtet über eine exzentrische Ausdruckstänzerin und „Reisende, meidet Bayern“ ist ein politischer Reiseboykott.
Jeden Mittwoch gibt es eine neue Folge. Zu finden ist Dittmers Serie auf den gängigen Portalen. So hier bei Apple, bei Spotify, bei Podigee, auf Podcasts Online oder auch bei Deezer. Eine Übersicht aller “Schnipsel” aus den Jahren 2019 und 2020 gibt es zudem auf Dittmers Website unter diesem Link.
Unterwegs im Havelland: MAZ-Tipp der Woche

René Kammer, Filialleiter von Pflanzenkölle in Dallgow-Döberitz. Foto: Viktoria Kratz
René Kammer, Filialleiter von Pflanzenkölle in Dallgow-Döberitz. Foto: Viktoria Kratz
Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen bei frühlingshaften Temperaturen locken derzeit viele Havelländer raus in ihre Gärten und auf die Balkone. Urlaube und Ausflüge sind aufgrund des Lockdowns ungewiss. Viele Menschen machen es sich daher in ihrem privaten Reich umso gemütlicher. Damit der Frühling so richtig in die Gärten einziehen kann, lechzen die Hobbygärtner nach frischen Pflanzen und Saatgut. Und für sie gibt es gute Nachrichten: Ab Montag dürften Baumärkte und Pflanzencenter in Brandenburg die Türen wieder für ihre Kundschaft öffnen.
Im Havelpark in Dallgow-Döberitz bereitet sich René Kammer, Leiter der Pflanzenkölle-Filiale, mit seinem Team bereits auf einen großen Ansturm vor, wie er unserer Kollegin Viktoria Kratz verriet. Sehr wahrscheinlich würden sich auch viele Berliner auf den Weg nach Dallgow machen, meint er. Denn die Pflanzencenter in der Hauptstadt bleiben vorerst geschlossen. Lange Schlangen seien denkbar, der Einlass müsse reguliert werden, blickt er voraus. Maximal 350 Personen dürfen sich auf der mehrere Hektar großen Verkaufsfläche in Dallgow-Döberitz aufhalten, eine Sicherheitsfirma wird den Einlass koordinieren. “Jeder muss einen Einkaufswagen nehmen, um den Abstand zu garantieren“, sagt der 38-jährige Filialleiter. Er rät den Kunden zugleich, viel Zeit einzuplanen und das Pflanzencenter möglichst allein aufzusuchen. Die Öffnungszeiten von 9 bis 20 Uhr sollten voll ausgenutzt werden, so dass es zu weniger Staus komme.
70 Mitarbeiter des Marktes befüllen derzeit die Regale und sorgen für ausreichend Ware, berichtet René Kammer im MAZ-Gespräch. Er selbst ist über die Eröffnung „glücklich und demütig zugleich“.
Bianka Tetzel-Hein (l.) und Erika Müller betreuen den Bücherschrank. Foto: Andreas Kaatz
Bianka Tetzel-Hein (l.) und Erika Müller betreuen den Bücherschrank. Foto: Andreas Kaatz
Übrigens, wenn Sie sich nicht unbedingt für das Gärtnern begeistern, sondern lieber für spannenden oder unterhaltsamen Lesestoff (den kann man ja durchaus auch im Garten oder auf dem Balkon durchschmökern), haben wir noch einen Tipp in Nauen für Sie: den Büchertauschschrank am Stadtbad. Mit ein wenig Glück - und dem richtigen Zeitpunkt - lässt sich dort regelmäßig gar Bestseller-Literatur finden, wie mein Kollege Andreas Kaatz herausfand. Doch auch sonst lohnt sich ein Blick in die Regale, denn das Angebot wechselt ständig. Das Gute daran - alle Bücher sind kostenlos zu haben. Denn das Grundprinzip des Büchertauschschranks, der sich direkt vor dem Stadtbad-Eingang in der Nauener Karl-Thon-Straße befindet, lautet: Wer sich etwas heraus nimmt, sollte stattdessen ein anderes Buch im Schrank hinterlassen. Aus diesem Grund lohnt es sich regelmäßig, auf der Suche nach Lesestoff am Stadtbad vorbeizuschauen. Der Büchertauschschrank steht Tag und Nacht für alle Buchfreunde bereit.
Regelmäßig vorbei schauen dort auch Bianka Tetzel-Hein und Erika Müller. Beide lieben Bücher und betreuen gemeinsam den Schrank. Dafür an dieser Stelle ein dickes Dankeschön! Die Frauen schauen regelmäßig nach, ob alles in Ordnung ist und sortieren auch mal Bücher aus, die zerfleddert oder so alt oder speziell sind, dass die Chance, noch einmal gelesen zu werden, äußerst gering ist. Denn: Der Platz im Schrank ist begrenzt und reicht für maximal 150 bis 200 Bücher. Das jedoch reicht auf jeden Fall aus, um dort immer wieder echte Schätze zu finden.
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