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Tödliche Verkehrsunfälle im Havelland ++ Havelländer sammeln für die Flutopfer ++ "Nation of Gondwana" zurück in Grünefeld

Wir im HavellandWir im Havelland
Liebe Leserinnen und Leser,
na ich kann Ihnen sagen - das war heute morgen ein schöner Schreck, als ich in mein Mail-Postfach schaute und meine müden Augen mit einem Schlag hellwach war. Ganz offensichtlich war da mit unserem neuesten NewsletterWir im Havelland” etwas mächtig schief gegangen. Ich schiebe es mal ganz frank und frei auf die Technik, die nicht nur einen Teil der Inhalte gefressen hatte (darunter auch das eigentlich für diese Stelle hier geschriebene Editorial), sondern die andere Hälfte des Inhalts auch völlig durcheinander gewürfelt.
Das geht so natürlich nicht. Daher schicke ich Ihnen die wichtigsten und spannendsten Nachrichten der Woche aus dem Havelland nachfolgend noch einmal in der gewohnten Form und will mich hier beim Editorial gar nicht allzu lange aufhalten. Eine Sache liegt mir jedoch sehr am Herzen, auf die ich hier an dieser Stelle ganz explizit hinweisen will. Die Bilder aus den Unwettergebieten in Westdeutschland beschäftigen auch viele Havelländer, die helfen wollen. Am Mittwoch bereits sammelten mehrere Sportvereine in Falkensee einen beträchtlichen Spendenbetrag von rund 3000 Euro, der dem FC Stolberg (Nordrhein-Westfalen) aus einem der am härtesten betroffenen Gebiete zugutekommen soll. Am morgigen Sonnabend zieht die Jugendfeuerwehr aus Wustermark nach. Sie führt auf dem Rewe-Parkplatz in ihrem Ort einen Kuchenbasar durch, dessen Erlös an die Flutopfer aus Dernau (Rheinland-Pfalz) übergeben wird. Am Sonntag führen die Junior-Feuerwehrleute die gleiche Aktion noch einmal vor Karls Erlebnis-Dorf in Elstal durch. Jeweils ab 10 Uhr. Ich hoffe, dass möglichst viele Havelländer vorbeischauen. Wer keinen Kuchen mag (gibt es das?) kann vor Ort auch einfach so Geld in die Spendenbox tun. Mögen die Kuchenbleche ratzfatz leergekauft sein - der Erlös geht an Menschen, die nichts mehr haben und jeden Cent brauchen. Und überdies wäre das doch auch eine schöne Wertschätzung für das uneigennützige Engagement der jungen Menschen, die die Aktion innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt haben.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Wochenende. Bleiben Sie gesund!
Herzliche Grüße
Nadine Bieneck
Stellvertretende Redaktionsleiterin Havelland
Haben Sie Anregungen, Kritik oder ein Thema, über das wir berichten sollen? Dann schreiben Sie mir gern, Sie erreichen mich direkt unter: nadine.bieneck@maz-online.de.
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Das waren die Top-Nachrichten in dieser Woche

Falkensee: Nach Unwetterkatastrophe - Sportverein kurbelt Spendenaktion für Stolberger an
Havelland: Warum die Hochwassergefahr hier nicht so groß ist wie an der Ahr
Zeestow/Wustermark: Mann zu Fuß auf B5 – tödliche Kollision mit Pkw
Berge: 46-jähriger Harley-Fahrer verstirbt nach schwerem Unfall
Nauen: Motorradfahrerin verstirbt nach Zusammenprall mit Lkw
Grünefeld: Die „Nation of Gondwana“ feiert wieder und kämpft „für die gesamte Kulturszene“
Dallgow: Schock nach Eigentümerwechsel - Mieter fürchten Rausschmiss
Ketzin/Havel: Das sind die Sorgen der Bürger in den Ortsteilen
Elstal: Darum wird der Kreuzungsumbau verschoben
Schönwalde-Glien: Hier sollen neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden
Havelland: Das lassen Hotelgäste am häufigsten mitgehen
Rathenow: Wie der Brandschutz in der Kita Jenny Marx verbessert wird
Milow: Ansturm in den Ferien - Jugendherberge so gut wie ausgebucht
Spaatz: Neues Haus für die Dorfgemeinschaft
Rathenow: So gehen die Gastronomen mit dem neuen Plastikverbot um
Premnitz: Abgespeckte Uferfest-Variante kommt
Göttlin: Ein Dorf inmitten der Natur
Havelland: Handwerker kämpfen um knappe Rohstoffe auf dem Markt
Pessin: B 5-Ortsdurchfahrt ab Herbst umgestaltet
Havelland: Anlaufpunkt für verwaiste Eltern von Sternenkindern
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Die Corona-Lage im Havelland

Anlass zur Sorge bereiteten in den vergangenen Tagen die Corona-Zahlen im Havelland. Unablässig war der Sieben-Tage-Inzidenzwert gestiegen. Wie sich unter der Woche herausstellte, war eine private Geburtstagsfeier ein Treiber für den Anstieg gewesen. Diese erwies sich als kleiner Hotspot, offenbar steckten sich mehrere Havelländer auf der Fete an, so dass das Havelland auf den brandenburgweiten höchsten Inzidenzwert kletterte. Am gestrigen Donnerstag lag er bei 16,0, zwischenzeitlich am Montag dieser Woche gar bei 19,6. Drei neue Corona-Positivfälle wurden am Donnerstag für den Kreis vermeldet. Insgesamt gab es seit Ausbruch der Pandemie bis heute 6307 Erkrankte im Havelland. 182 Menschen von ihnen verstarben seitdem an oder mit dem Virus. Die Siebe-Tage-Inzidenz für das Land Brandenburg lag am Donnerstag bei 5,9 (vergangene Woche betrug der Wert an dieser Stelle 5,4). Insgesamt wurden für das gesamte Land Brandenburg am Donnerstag 18 neue Coronafälle vermeldet. Für den heutigen Freitag lagen bei Versand unseres Newsletter noch keine aktuellen Zahlen vor.
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Bundestagswahl 2021 im Havelland

19 Parteien wollen in Brandenburg bei der Bundestagswahl am 26. September antreten. Das teilte der Brandenburger Landeswahlleiter Bruno Küpper zu Beginn dieser Woche mit. Denn am Montag hatte die Einreichungsfrist für die Landeslisten der Parteien geendet.
CDU, AfD, SPD, Linke, FDP, Grüne sowie Freie Wähler - diese Parteien sitzen entweder im Bundestag oder im Landtag. Zwölf weitere Parteien, die in den Parlamenten nicht vertreten sind, mussten mindestens 500 Unterstützer-Unterschriften sammeln, um ihre Landesliste einreichen zu können. Es handelt sich dabei um die folgenden Parteien: PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei), Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI), Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), Deutsche Kommunistische Partei (DKP), Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), Basisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis), Partei der Humanisten (Die Humanisten), Piratenpartei Deutschland (PIRATEN), Team Todenhöfer – Die Gerechtigkeitspartei (Team Todenhöfer), UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie (UNABHÄNGIGE) sowie Volt Deutschland (Volt).
Am 30. Juli, das ist Freitag nächster Woche, tagt nun der Landeswahlausschuss unter Leitung von Wahlleiter Küpper. Dann wird geprüft, ob diese Parteien die Voraussetzungen erfüllt haben, um zur Wahl zugelassen zu werden.
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Menschen aus dem Havelland

Rathenow: Wie Marina Kottman zur Tafel-Helferin wurde
Friesack: Ein Jahr danach - das sagt die WGF-Geschäftsführerin
Rathenow: Thomas Müller berät andere Angelfreunde – er weiß, was wo an den Haken geht
Falkensee: Wildtierschützerin besorgt - deswegen geht es den Igeln schlechter
Stechow: Diese beiden zählen zu den besten Springreitern im Land
Nauen: Schwimmlehrer bietet online kostenlose Schwimmanleitung an
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MAZ-Fotorätsel der Woche

Wie gut kennen Sie das Havelland? An dieser Stelle können Sie Ihr Wissen testen. Gesucht wird dieser Kasten, der an den Dichter Erich Weinert erinnert. Aber warum und wo steht er?
Schicken Sie uns gern Ihre Antwort bis Montag, den 26. Juli, 12 Uhr, per E-Mail mit dem Kennwort „Bilderrätsel” an havelland@maz-online.de. Die Auflösung zu unserem Rätsel gibt es im nächsten Newsletter am 30. Juli in Ihrem Postfach.
MAZ-Fotorätsel – die Auflösung von der Vorwoche
Industriegeschichte in Nauen. (Foto: Marlies Schnaibel)
Industriegeschichte in Nauen. (Foto: Marlies Schnaibel)
Das alte Gaswerk von Nauen liegt nördlich vom Bahnhof. Schon vor drei Jahren wurden Pläne vorgestellt, das Areal zu einem Komplex umzubauen, in dem Gewerbe und Wohnungen einmal Platz finden. Dabei steht das frühere Apparatehaus mit Turm – direkt an der Straße – ebenso unter Denkmalschutz wie das Kohlen- und Ofenhaus im hinteren Teil. Unter Schutz gestellt wurden beide Klinkergebäude einst mit der Begründung, dass es sich um „typische Formen der Industriearchitektur um die Jahrhundertwende“ handelt. Vor mehr als einhundert Jahren produzierte man hier Stadtgas und erleuchtete damit Straßen, Betriebe und Privathaushalte. Unter Leuchtgaswerk Nr. 1 wird das Sanierungsprojekt auf Immobilienplattformen für Kaufwillige und Kauffähige beworben: 18 Wohnungen, vier Häuser und vier Gewerbeeinheiten. “Leben im Denkmal am Wachstumsstandort Nauen” heißt es dort, aber nicht unter 300.000 Euro.
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Kulturelles Havelland

Dresden, wie Kurt Magritz es 1927 malte. (Foto: Privat)
Dresden, wie Kurt Magritz es 1927 malte. (Foto: Privat)
Sein Herz schlug für Dresden. Auch wenn sein Lebensweg ihn später nach Leipzig, Berlin und Falkensee führte. Nun sind 45 Arbeiten des Malers Kurt Magritz (1909 bis 1992) in das Kunstmuseum der sächsischen Landeshauptstadt, die Städtische Galerie Dresden, gekommen. Seine Tochter Maria Rüger hat die Werke aus dem Nachlass ihres Vaters der Stadt zum Geschenk gemacht, wie meine Kollegin Marlies Schnaibel erfahren hat.
Bisher lagerten die Arbeiten in dem Wohnhaus in Falkensee, in das Kurt Magritz 1970 gezogen war. Nun gehen die Werke nach Dresden, wo viele von ihnen entstanden waren. „Es ist ein Querschnitt aus dem Werk, die Arbeiten stammen aus den Jahren 1927 bis 1970“, sagt Maria Rüger. „Es ist ein repräsentativer Überblick über das künstlerische Schaffen von Kurt Magritz.“ Ausgewählt hat sie Kustos Johannes Schmidt von der Städtischen Galerie Dresden.
Maria Rüger verwaltet und ordnet den Nachlass ihres Vaters Kurt Magritz. (Foto: Marlies Schnaibel)
Maria Rüger verwaltet und ordnet den Nachlass ihres Vaters Kurt Magritz. (Foto: Marlies Schnaibel)
Die Dresdener Jahre waren die Hauptschaffenszeit von Kurt Magritz. Deshalb freut sich Maria Rüger, dass die Arbeiten ihres Vaters nun dort gesammelt werden und in geeigneter Form einem interessierten Kreis zugänglich gemacht werden können.
Geboren in Johanngeorgenstadt hatte Kurt Magritz in Dresden studiert, hier hatte er seine Frau die Schauspielerin Hannelore Korb-Deutsch kennengelernt. Nach dem Krieg brachte sich Kurt Magritz mit ganzer Kraft in den Aufbau der neuen Gesellschaft ein. Er gehörte zu denen, die nach 1945 in Dresden den Kulturbund gründeten.
1946 ging der junge Mann als Dozent an die Akademie für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wurde zum Professor ernannt. Hier geriet er in eine Reihe ideologischer Kämpfe. 1950 wurde Kurt Magritz an die Zeitschrift „Illustrierte Rundschau” delegiert, später war er Chefredakteur der Zeitschrift „Deutsche Architektur”.
Maria Rüger bemüht sich seit Jahren, das künstlerische Werk ihres Vaters nicht hinter den ideologischen Etiketten verschwinden zu lassen. Sie bemühte sich immer wieder erfolgreich um Ausstellungsmöglichkeiten. Im Falkenseer Museum waren im Jahr 2008 Bilder von Kurt Magritz in einer Personalausstellung zu sehen – die ernsten und die heiteren.
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Unterwegs im Havelland: MAZ-Tipp der Woche

Sechs Tage die Woche steht Kersten Schulz in seinem Imbiss in Böhne. (Foto:: Marcus J. Pfeiffer)
Sechs Tage die Woche steht Kersten Schulz in seinem Imbiss in Böhne. (Foto:: Marcus J. Pfeiffer)
Kersten und Beatrix Schulz haben sich in Böhne, einem Ortsteil Rathenows, einen Lebenstraum erfüllt. Das erfuhr mein Kollege Marcus J. Pfeiffer bei einem Vor-Ort-Besuch. Vor knapp eineinhalb Jahren zog es die beiden Fürstenwalder ins Westhavelland. „Wir haben uns schon länger nach einem Bauernhof mit angrenzender Pension umgeschaut“, erzählt Kersten Schulz. In dem kleinen Dorf sind er und seine Frau schließlich fündig geworden und entwickelten ein Familienparadies mit vier modern eingerichteten Ferienwohnungen mitten in einem rustikalen Ambiente.
Seit Juni dürfen die Gäste auch vor Ort essen. Seitdem betreiben die beiden Inhaber auch einen Imbiss auf ihrer Anlage. Sechs Tage die Woche, außer montags, von 11 bis 17 Uhr hat dieser geöffnet. „Wir sind gerade dabei, uns auszuprobieren, und für Änderungsvorschläge immer dankbar“, sagt Kersten Schulz. Neben Pommes und Currywurst sind Hot Dogs, Chicken Crossies und Bouletten sowie Getränke aller Art, Eis und Süßwaren im Angebot.
Im Jahr 1999 wurden die ehemaligen Stallungen umgebaut. (Foto: Marcus J. Pfeiffer)
Im Jahr 1999 wurden die ehemaligen Stallungen umgebaut. (Foto: Marcus J. Pfeiffer)
Mit dem Imbiss lebt Kersten Schulz einen Traum, der auf eine Erinnerung von vor über 30 Jahren zurückgeht. „Ich war schon damals fasziniert von den vielen Currywurstbuden in Berlin und habe mir gedacht, das könnte ich mir auch vorstellen.“ Der gelernte Autoschlosser war zuletzt mit einer Autowerkstatt selbstständig. Seine Frau arbeitet weiterhin bei einem großen Industriekonzern in Berlin, weshalb die Nähe zur Großstadt bei dem Neustart im Westen Brandenburgs nicht fehlen durfte. Beide betreten also mit Pension und Imbiss berufliches Neuland.
Dennoch haben sie bislang eine Menge auf die Beine gestellt. Einen Schwerpunkt legen sie auf die Familienfreundlichkeit. Es können Kanus und Fahrräder ausgeliehen werden, eine große Tischtennisplatte lädt ein, ebenso viele weitere Spielsachen für die Kinder. Umgeben von rustikalen Gemäuern, einem alten Stall und viel Grün, lässt sich der Garten auch für die Imbissgäste genießen.
Die vier geräumigen Ferienwohnungen der Pension unter dem Namen „Am Königsgraben“ bieten Platz für jeweils fünf Personen und befinden sich in ehemaligen Stallanlagen. „Vor knapp 20 Jahren wurden diese zu Ferienwohnungen umgebaut“, erzählt Beatrix Schulz. Nur wenige hundert Meter entfernt fließt die Havel in erholsamer Natur mit einer gemütlichen Badestelle. Weitere Informationen und Kontaktdaten zur Pension gibt es unter pension-am-koenigsgraben.de.
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Schnappschuss der Woche

An der Havel
An der Havel
Margit Semmler-Grade kennt die Havel bei Böhne gut. Hier kommt sie gerne her - zum Baden und zum Fotografieren. Nach ihrem jüngsten Ausflug schickte sie dieses Bild an die MAZ-Redaktion. “Seerosen und Tupfenwolken sorgten an diesem Sommertag für die richtige Havelidylle”, schrieb sie dazu.
Haben Sie auch einen Schnappschuss, den wir an dieser Stelle abbilden sollen? Dann schicken Sie ihn gern an havelland@maz-online.de!
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