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SPD-Frauen im Havelland gewählt ++ Eisenbahn-Gigant Stadler geht nach Perwenitz

Wir im HavellandWir im Havelland
Lieber Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie in unseren Newsletter schauen. An diesem Freitag fällt der Blick zurück auf Zahlen, Zahlen, Zahlen. Das hat die Bundestagswahl mit sich gebracht. Die MAZ im Havelland hat ihren Lesern dabei besonders viele Zahlen geliefert, denn der Landkreis war gleich auf drei Wahlkreise aufgesplittert: Ein Teil gehörte zum Wahlkreis 56, einer zum Wahlkreis 58 und der dritte zum Wahlkreis 60. In allen drei Wahlkreisen konnte am Ende die SPD jubeln. Oder sollte man besser sagen: Es konnten die SPD-Frauen jubeln? Denn drei Mal errangen Frauen das begehrte Direktmandat, jagten es den CDU-Vorgängern ab. Wiebke Papenbrock, Ariane Fäscher und Sonja Eichwede ziehen in den Bundestag. Zwei Havelländer schafften es immerhin über die Liste ihrer Parteien: Auch Uwe Feiler (CDU) und Christian Görke (Linke) gehören dem neuen Bundestag an.
Aber nicht nur das Thema Wahl hat die MAZ-Kollegen in dieser Woche bewegt. Sie haben wieder viele interessante Menschen getroffen und berichten: Warum ein Rathenower nicht nach Tokio kam, aber doch zu seinen begehrten Autogrammen. Warum ein Mann in Börnicke seine Alpakas ins Herz geschlossen hat. Wie eine junge Frau über eine Fernsehsendung zu ihrem Traumberuf Hebamme kam. Warum sich eine junge Frau in Nauen in eine rosarote Schwalbe verliebte. Was den Falkenseer Stadtteil Falkenhagen so liebenswert macht.
Das Havelland ist bunt. Und das liegt nicht nur am Herbst, der sich jetzt an uns heranschleicht.
In dem Sinne ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Ihre Marlies Schnaibel
Haben Sie ein Anregungen, Kritik oder ein Thema, über das wir berichten sollen? Dann schreiben Sie mir gern, Sie erreichen mich direkt unter: marlies.schnaibel@maz-online.de
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Das waren die Top-Nachrichten in dieser Woche

Schweizer Bahnhersteller Stadler eröffnet Werk in Schönwalde – Bürgermeister hat großen Wunsch
Wie in Wustermark günstiges Bauland für Einheimische geschaffen werden soll
Dallgow: Abkühlung für den neuen Bahnhofsvorplatz 
Nauen: Massive Streichungen im Haushalt 2022 drohen
Die Tage des Rewe-Marktes in Rathenow sind gezählt
Feuerwehr aus Wustermark hilft im Ahrtal: Nicht viel reden, sondern anpacken
Wustermark: Warum die Elstaler Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug braucht
Kreiskitaelternbeirat soll in die Hauptsatzung des Landkreises Havelland integriert werden
Fortschritt am Springberg – Das hat sich an Milows Bahndamm getan
Bundestagswahl 2021 im Havelland

Die SPD kann der CDU das Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis 56 abnehmen. Wiebke Papenbrock gewinnt deutlich. Nach Auszählung aller abgegeben Stimmen kommt die SPD bei den Erststimmen auf 33,0 Prozent, gefolgt von der AfD (19,7 Prozent) und der CDU (19,4). Auch bei den Zweitstimmen, die über die Sitzverteilung im Bundestag entscheiden, liegt die SPD (34,0 Prozent) deutlich vor der AfD (19,2 Prozent) und der CDU (16,0).
In den Wahllokalen der Region lief der Wahltag trotz der besonderen Situation durch die Corona-Pandemie reibungslos. „Bisher ist alles ruhig und ohne Vorkommnisse verlaufen“, sagte Nauens Wahlleiterin Andrea Bublitz kurz nach Schließung der Wahllokale. „Und wir hatten, so wie es aussieht, eine sehr gute Wahlbeteiligung.“
Wie der Tag im Einzelnen in den Bereichen Nauen und Friesack ablief, lesen Sie hier: “Papenbrock gewinnt Wahlkreis 56”.
Um 18 Uhr ging nichts mehr am Sonntag, zumindest in den Wahllokalen. Die Direktkandidaten für den Wahlkreis 58 waren verteilt im Land auf den Wahlpartys ihrer Parteien unterwegs. Dann begann die Auszählung in den Wahllokalen – und das Fiebern der Kandidatinnen und Kandidaten. Auf dem Spargelhof in Kremmen, wo die Christdemokraten ihre Wahlparty hatten, sah Uwe Feiler zunächst gar nicht glücklich aus. „Acht Prozent Verlust sind natürlich ein Hammer.“ Gegen 21.30 Uhr gratulierte er dann Ariane Fäscher (SPD) zum gewonnenen Direktmandat im Wahlkreis 58. Er freue sich dennoch über ein starkes Erststimmen-Ergebnis, das über dem der Zweitstimmen der CDU liegt. „Ich habe es glücklicherweise über die Liste geschafft“, erklärte Uwe Feiler weiter. 
Mehr über die Auszählung und die Reaktionen der Parteien auf das Ergebnis lesen Sie unter “Gutes Ende für Ariane Fäscher und Uwe Feiler”.
Wechselstimmung auch im Wahlkreis 60: Dietlind Tiemann verlor ihr Direktmandat, gratulierte aber der Siegerin von der SPD per Videobotschaft. Die CDU-Bundestagsabgeordnete kann ihr Mandat nicht weiterführen. Vor vier Jahren hatte sie es erstmals für die CDU gewonnen. Nun also ist Sonja Eichwede am Zug. Sonja Eichwede ist noch immer überrascht: „Eine so deutliche Zustimmung habe ich nicht erwartet“, sagt sie. „Ich freue mich über das Vertrauen und die Zustimmung. Aber ich bleibe demütig.“
Enttäuscht über das Abschneiden seiner Partei ist dagegen Christian Görke, Kreisvorsitzender der Partei Die Linke. Zusammen mit Anke Domscheit-Berg (Wahlkreis 58) werde er nun das Havelland im Bundestag vertreten. Beide standen vorne auf der Landesliste.
Zufrieden ist hingegen der Kreisvorsitzende der AfD, Dominik Kaufner. „Wir haben insbesondere im Wahlkreis 56 gut abgeschnitten, aber auch im Wahlkreis 60.“ Seine Partei habe stark zugelegt. Er habe erwartet, dass die SPD ein starkes Ergebnis holt.
Die SPD Havelland ist froh und glücklich, drei neugewählte Bundestagsabgeordnete begrüßen zu dürfen und dankt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die geleistete Arbeit in den Wahllokalen, vermeldeten die SPD-Unterbezirksvorsitzenden Felix Menzel und Ines Jesse. Beide verknüpfen mit dem Wahlergebnis der AfD die Aufgabe, weiter mit den Menschen vor Ort im Gespräch zu bleiben und ihnen genau zuzuhören sowie in den Kommunen weiterhin gute Politik für die Menschen zu machen. „Zudem haben wir die Hoffnung, dass man nun rasch eine Koalition findet, um mit neuen Konzepten und guten Entscheidungen gerade diese Wählerinnen und Wähler zurückzugewinnen“, so Menzel und Jesse abschließend nach einer fröhlichen Wahlparty".
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MAZ-Aktion: "Falkensee hautnah"

„Falkensee hautnah“: Boomstadt zwischen Wachstumsschmerz und grüner Idylle
Julia Concu: Sie ist die Stadtvorsteherin in Falkensee
„Falkensee hautnah“: Unterwegs am Falkenhagener See
Falkensee hautnah – wie das doppelte Rathaus entstand
Falkensee hautnah – deshalb lieben diese Menschen Falkenhagen
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Die Corona-Lage im Havelland

Kommt die Corona-Herbstwelle schon? Die Inzidenz steigt aktuell deutlich im Havelland. Laut Auskunft des brandenburgischen Gesundheitsministeriums liegt sie bei 34,0 (Stand: Donnerstag, 30. September, 0 Uhr). Binnen 24 Stunden haben sich 24 Personen infiziert. Der Landeswert liegt bei 36,8.
6890 Havelländer haben sich seit Beginn der Pandemie mit dem Corona-Virus angesteckt. 182 sind in dieser Zeit gestorben. Seit dem 23. Juni ist für das Havelland in Zusammenhang mit Corona kein Todesfall mehr vermeldet worden.
In Brandenburg hat sich die Zahl der laborbestätigten Covid-19-Fälle innerhalb von 24 Stunden um 224 erhöht. So sind insgesamt 116.137 laborbestätigte Erkrankungen statistisch erfasst (kumulativ ab der 10. Kalenderwoche 2020, Stand: 30. September, 0 Uhr, Quelle: http://corona.rki.de). In Brandenburg sind ungefähr 109.700 Menschen von Covid-19 genesen. So liegt die Zahl der Infizierten und Erkrankten aktuell bei geschätzt rund 2.400 (Vorwoche: rund 2.600).
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Menschen aus dem Havelland

20 Jahre ambulanter Hospizdienst im Havelland – Diese Frauen begleiten Sterbende
Nauen: Ein rosarotes „Schwalben-Spielmobil“ hat Loreens Herz im Sturm erobert
Celina Macknow ist als Hebamme auch im Havelland unterwegs.
Börnicke: Warum sich Alpakas für Knäckebrot begeistern
Selbst das Gurken-Einwecken wird zur Fotosession
Fette Beute: Medaillengewinner unterschreiben für Rathenower Autogrammsammler
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MAZ-Fotorätsel der Woche

Wo blickt dieser Mann ins Havelland? (Foto: Marlies Schnaibel)
Wo blickt dieser Mann ins Havelland? (Foto: Marlies Schnaibel)
Wie gut kennen Sie das Havelland? An dieser Stelle können Sie Ihr Wissen testen. Gesucht wird das Haus, von dem dieser Mann ins Havelland schaut. Wissen Sie, wo es steht? Schicken Sie uns gern Ihre Antwort bis Montag, den 4. Oktober, 12 Uhr, per E-Mail mit dem Kennwort „Bilderrätsel” an havelland@maz-online.de.
Die Auflösung zu unserem Rätsel gibt es im nächsten Newsletter am 8. Oktober direkt in Ihr Postfach.
MAZ-Fotorätsel – die Auflösung von der Vorwoche
Der alte Ringlokschuppen auf dem BahnTechnologie Campus in Elstal. (Foto: Nadine Bieneck)
Der alte Ringlokschuppen auf dem BahnTechnologie Campus in Elstal. (Foto: Nadine Bieneck)
  • Ein Gebäude mit einem markanten Eisenbahngraffiti suchten wir in der vergangenen Woche bei unserem Fotorätsel. Es handelte sich dabei um den alten Ringlokschuppen, der auf dem Gelände des BahnTechnologie Campus im Wustermarker Ortsteil Elstal steht.
Zu finden ist er in der Straße "Zum Ringlokschuppen". (Foto: Nadine Bieneck)
Zu finden ist er in der Straße "Zum Ringlokschuppen". (Foto: Nadine Bieneck)
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Kulturelles Havelland

Stardirigent Justus Frantz kommt ins Havelland.
Stardirigent Justus Frantz kommt ins Havelland.
So einen hochkarätigen Juror in der Jury für den havelländischen Kulturpreis zu haben, das hatten auch Bruno Kämmerling, Geschäftsführer der Kulturstiftung Havelland, und Landrat Roger Lewandowski nicht erwartet.
Professor Justus Frantz, Gründer des Schleswig-Holstein Musik Festivals, wird den Jury-Vorsitz bei der Vergabe des diesjährigen Kulturpreises der Kulturstiftung Havelland übernehmen. Ihm zur Seite stehen Christian Kneisel, ehemaliger Intendant des Brandenburger Theaters und Anette Homann, eine in Grünefeld lebende Geigenvirtuosin.
Die Wettbewerbsfrist für Nominierungen endet am 1. Oktober. In der darauf folgenden Woche erarbeitet das Büro der Kulturstiftung von jedem Nominierten ein kurzes Exposé, in dem die Motivation für die Nominierung, aber auch der künstlerische Werdegang sowie Hinweise zu Filmen von oder über die Nominierten in den sozialen Medien benannt sind.
Bruno Kämmerling kann sein Glück nicht fassen: „Es ist natürlich toll, so einen bekannten und versierten Musiker in der Jury zu haben. Professor Frantz wird sicher wertvolle Beiträge leisten, wenn wir uns auf die Suche nach den Siegerbeiträgen machen.“
Das Material zu den Beiträgen soll in zwei Wochen vorliegen. „Dann können sich die Juroren vorab der Jury-Sitzung einen Überblick von den Wettbewerb-Teilnehmern verschaffen“, so Kämmerling. Während 2020 die Bildende Kunst im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand, waren dieses Mal Musikschaffende aller Genres zur Teilnahme aufgerufen. Der Kulturpreis ist mit 3000 Euro dotiert und einer Skulptur verbunden. Die festliche Preisverleihung im Beisein aller Teilnehmenden wird – so keine aktuellen Vorschriften dem entgegenstehen – am 16. November auf Schloss Ribbeck stattfinden. Mit der Verleihung des Kulturpreises sollen außerordentliche künstlerische oder kulturelle Leistungen einer Persönlichkeit, eines Einzelkünstlers oder einer Künstlergruppe gewürdigt werden.
Die Jury besteht aus fünf Personen. Neben Justus Frantz hat Christian Kneisel, ehemaliger Intendant des Brandenburger Theaters, zugesagt. Er ist vor einigen Jahren nach Dallgow-Döberitz in den Landkreis Havelland gezogen. Dazu gesellt sich Annette Homann. Die Geigerin spielt insbesondere Pop und Jazz. Sie lebt seit zwei Jahren in Grünefeld. Barbara Richstein, ehemalige brandenburgische Justizministerin, aktuell Vizepräsidentin des Brandenburgischen Landtages und Vorsitzende des Havelländischen Kreistages, ist ebenfalls Jurorin. Burkhard Schröder, Landrat a. D. und im Vorstand der Kulturstiftung Havelland, komplettiert die Jury.
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Unterwegs im Havelland: MAZ-Tipp der Woche

Rolf und Marion Mischke laden hier zur Einkehr ein. (Foto: Norbert Stein)
Rolf und Marion Mischke laden hier zur Einkehr ein. (Foto: Norbert Stein)
Größe ist keine Voraussetzung für Erfolg. Gerade in kleineren Dörfern wird oft ein reges Gemeinschaftsleben gepflegt, engagieren sich Einwohner für die ländliche Entwicklung. So auch in Rübehorst, dessen Dorfgemeinschaft beim diesjährigen Wettbewerb „Machen 2021“ des Ostbeauftragten der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, mit einem Projekt zur Dorf- und Spielplatzgestaltung erfolgreich war und zu den Gewinnern gehört.
Rund 75 Einwohner leben in Rübehorst, einem Ortsteil der Gemeinde Großderschau. Es ist ein beschaulicher Ort mit einem Storchennest, mit Pferden, Alpakas, Schafen, Ziegen und weiteren Tieren. Im Sternencamp an der Dorfstraße umschwärmen Touristen den Nachthimmel über Rübehorst. Das Dorf hat neuerdings auch wieder einen Laden, in dem Einwohner, Urlauber und Kunden aus dem Umfeld einkaufen können. „Bio & regional“ steht auf einer Tafel vor dem Haus, Rolf und Marion Mischke laden hier zur Einkehr ein. Der Bio-Laden wird einmal wöchentlich beliefert. Das Projekt „Kurze Wege“ kennzeichnet Waren aus dem Umland von nicht mehr als 30 Kilometern Entfernung. Der Ort liegt an der Kreisgrenze zur Ostprignitz, wo das Ehepaar einen Bio-Laden übernommen hatte und nun in Rübehorst weiterführt. „Bio und Regionalität sind uns sehr wichtig“, sagt Marion Mischke.
Einladung an der Straße (Foto: Norbert Stein)
Einladung an der Straße (Foto: Norbert Stein)
Sie erklärt den Kunden gerne die Herkunft vieler Angebote. Hinter dem Bedientisch liegen in einer Auslage unter anderem Sauerteigbrote aus der Bio-Bäckerei Vollkern aus Rohrlack, einem ostprignitzer Dorf unweit von Rübehorst. Auch handgefertigte Naturseifen aus der Wiesengeister Seifenküche von Sabine Baeslack (Sophiendorf) bereichern das Angebot. Aus dem Ländchen Rhinow kommt unter anderem regionales Gemüse zum Verkauf in die Rübehorster Ladenregale.
Marion Mischke macht auf Stoffbeutel aufmerksam, die eine Berlinerin anbietet und mit dem vollen Verkaufserlös ein Hilfsprojekt in Gambia unterstützt. Die Stoffbeutel werden in Gambia genäht auf einer Nähmaschine, welche ebenfalls auf diese Weise finanziert wurde.
Geöffnet ist der Bio- und Regionalladen in Rübehorst immer mittwochs von 8 bis 18 Uhr oder die Tafel „Bio & Regional“ vor dem Haus zeigt an, dass geöffnet ist. Für Urlauber vom Sternencamp, Einwohner, Fahrradtouristen und wer sonst noch möchte, besteht zudem die Möglichkeit, sich in der Saison fast täglich (Montag Ruhetag) von 9 bis 10 Uhr mit Lebensmittel, Obst, Gemüse und Artikeln des täglichen Bedarfs einzudecken.
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Schnappschuss der Woche

Es ist Pilzzeit - das Motiv hat unsere Leserin Margit Semmler-Grade aus Premnitz bei ihrer Tour in den Wald gefunden. Das Pilzaufkommen ist nach ihrer Erfahrung noch recht spärlich. Aber fotogene Schirmpilze gibt es reichlich am Wegesrand und auf Wiesen. Vielleicht lässt der Regen in den nächsten Tagen die Pilze wachsen. Aber auch ohne Beute ist ein Spaziergang im Wald erholsam. Bei fast jedem Wetter.
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