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Müllsünder im Havelland ++ MAFZ-Vermietung sorgt für Ärger ++ Hängepartie um Corona-Impfungen

Wir im HavellandWir im Havelland
Liebe Leserinnen und Leser,
wie schön, dass Sie da sind. Heute versenden wir bereits unseren vierten Newsletter “Wir im Havelland” an Sie. Vor einem Monat sind wir mit diesem Gruß aus der Region gestartet und heute müssen wir sagen: wie schnell die Zeit vergeht. Dieser Satz kommt einem auch über die Lippen, wenn wir auf Corona schauen. Ein Jahr begleitet uns die Pandemie nun bereits und sie hat unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Das hat uns MAZ-Redakteure auch in dieser Woche bewegt.
Unser Corona-Rückblick zeigt das: Da ging es von null auf 295,7. Gemeint sind die Sieben-Tage-Inzidenzwerte für das Havelland. Hinter den Zahlen verbergen sich oft dramatische Ereignisse: der erste Infizierte, die erste Schule in Quarantäne, die ersten Toten, der erste Lockdown, die ersten Intensivbetten, die ersten Impfungen.
Viele Havelländer kämpfen auch wirtschaftlich ums Überleben - sei es die Familie, die einen Pferdehof betreibt, sei es der Clown, der mangels Auftrittsmöglichkeiten im Altersheim arbeitet, sei es der Jungunternehmer, der genau jetzt mit seiner eigenen Fahrschule startet. Die Situation für die Betroffenen ist angespannt. Jedoch war es für unsere Redaktion auch bewegend zu sehen, mit wie viel Elan, Hoffnung und Freude die Havelländer trotz allem die schwierige Lage meistern.
Der Corona-Alltag bindet unsere Kraft und Aufmerksamkeit fast völlig, möchte man meinen. Impfstrategie, Impfzentrum, Impfstoff, Impfgipfel, Impfneid, Impfdrängler… Da ist es gut zu wissen, dass es auch andere Themen gibt. Etwa die, die in die Zukunft reichen. Unserem Kollgen Max Braun sind gleich zwei solcher Hoffnungsprojekte begegnet: Er stiefelte über das ehemalige Rittergut von Zeestow, wo ein Investor 30 Millionen Euro für neue Wohnungen einbringen will, und er erfuhr von den Seeburger Plänen, aus der Havellandhalle einen Fitnesstempel zu machen.
Lebe Deinen Traum!” könnte man meinen. Genau das hat auch Julia Laura Wolf aus Nauen getan. Sie hat am Deutschlandfinale der Miss-Germany-Wahl teilgenommen. Das fand zwar ohne Publikum, aber mit viel Licht und Pyrotechnik statt. Da wehte schon ein bisschen Glamour bis ins Havelland.
Sie sehen - auch in dieser Woche war wieder eine Menge los in unserem schönen Havelland. Und deshalb haben wir auch heute wieder einen pickepackevollen Newsletter mit vielen spannenden Themen für sie zusammengestellt.
Kommen Sie gut ins Wochenende und bleiben Sie gesund,
herzliche Grüße
Ihre Marlies Schnaibel
Haben Sie Anregungen, Kritik oder ein Thema, über das wir berichten sollen? Dann schreiben Sie mir gern an marlies.schnaibel@maz-online.de.
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Das waren die Top-Nachrichten in dieser Woche

Warum es für den Landkreis Havelland so schwierig ist, Müllsündern auf die Spur zu kommen
Kritik an Afd-Parteitag im MAFZ: Havelländer sauer über Kreisentscheidung
Baubeginn in Seeburg: Die L20 ist aufgerissen
Mega-Bahnprojekt i2030: Falkensee drängt auf enge Einbeziehung
Wo ist das weiße Geisterrad von Zollchow geblieben?
Nauen zahlt Elternbeiträge für Kitabetreuung zurück
Havelland: Schülerzeitung ausgezeichnet
Zu Besuch bei der Premnitzer Feuerwehr: So digital arbeiten die Kameraden
Döberitz bekommt einen neuen Norma-Markt
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Die Corona-Lage im Havelland

Die Einrichtung eines Impfzentrums im Havelland ist nach wie vor eine Hängepartie. (Symbolbild) Foto: Bernd Gartenschläger
Die Einrichtung eines Impfzentrums im Havelland ist nach wie vor eine Hängepartie. (Symbolbild) Foto: Bernd Gartenschläger
In dieser Woche ging es zahlenmäßig im Havelland coronatechnisch vorsichtig formuliert drunter und drüber. 63 neue Fälle meldete das Brandenburger Gesundheitsministerium für den Kreis plötzlich am Dienstag. Damit stach das Havelland mit großem Abstand aus den gemeldeten Zahlen deutlich hervor - in den meisten anderen Landkreisen wurden lediglich einstellige Werte vermeldet. Auf MAZ-Nachfrage stellte sich heraus: Es hatte am Wochenende technische Probleme bei der Datenübermittlung gegeben. Die waren auch der Grund für die geringen Meldezahlen der Tage zuvor und das zwischenzeitliche Absinken des 7-Tage-Inzidenzwertes auf 48,5. Viele Havelländer hatten sich zu früh gefreut. Nachdem die Probleme behoben wurden, gab es am Donnerstag 29 neue Positivfälle zu vermelden, der Inzidenzwert betrug zuletzt 81,0.
Nach wie vor viele Fragezeichen gibt es auch um das Impfzentrum im Havelland. Am 13. Januar war auf Landesebene dessen Einrichtung beschlossen worden. Eine Arbeitsgruppe der Kreisverwaltung untersuchte anschließend mehrere Möglichkeiten und schlug am 3. Februar die Stadthalle Falkensee als Standort vor. Seitdem ruht der See still. Bis heute gibt es keine offizielle Aussage darüber, welche der beiden Hallen in der Stadthalle (Veranstaltungssaal oder Sporthalle) für das Impfzentrum vorgesehen ist. Der Landkreis verweist auf die ausstehende Bestätigung des Gesundheitsministeriums, eine Antwort auf eine entsprechende MAZ-Anfrage ans Ministeriums steht noch aus. Knapp zwei Monate nach der ursächlichen Entscheidung ist damit immer noch offen, wann das Havelländer Impfzentrum denn nun eröffnet wird.
Hausärztin Elisabeth Rantzsch (r.) und ihre Kollegin Konstanze Wagner aus Milow. Foto: Christin Schmidt
Hausärztin Elisabeth Rantzsch (r.) und ihre Kollegin Konstanze Wagner aus Milow. Foto: Christin Schmidt
Unterdessen treibt das Land die Möglichkeit von Corona-Impfungen in Hausarztpraxen voran. Ab dieser Woche sei das möglich, teilte das Gesundheitsministerium Montag mit. Das Pilotprojekt solle bis Ende März auf 50 Praxen ausgeweitet werden. Zum Start sind vier Praxen in Bad Belzig, Senftenberg, Pritzwalk und Wittenberge eingebunden. Genau das bringt die Hausärztinnen Elisabeth Rantzsch und Konstanze Wagner aus Milow auf die Palme. Denn geht es nach ihnen, könnten sie die Menschen im Milower Land sofort gegen Covid19 impfen. Die beiden Ärztinnen, die rund 10 000 Patienten in ihrer Praxis in Milow betreuen, sind dafür bestens vorbereitet.
„Wir haben vorsorglich 2000 Spritzen bestellt und bereits im vergangenen Jahr eine Impfstation eingerichtet“, sagt Elisabeth Rantzsch im MAZ-Gespräch. Es gebe zudem bereits Absprachen mit der Gemeinde Milower Land, die dabei unterstützen würde, nicht nur in der Praxis, sondern auch in den Ortsteilen zu impfen. Dazu kommt es jedoch vorerst nicht, denn die Milower Praxis gehört eben nicht zu den Modellpraxen, die die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) zum Impfen auserkoren hat. Eine Entscheidung, die bei Elisabeth Rantzsch und Konstanze Wagner Wut und Enttäuschung auslöst. Sie hatten auf die KVBB-Anfrage sofort geantwortet, in der Hoffnung, dass ihre Praxis ausgewählt wird.
In der Milower Hausarztpraxis wurden bislang 86 Patienten positiv auf Covid19 getestet. Foto: Christin Schmidt
In der Milower Hausarztpraxis wurden bislang 86 Patienten positiv auf Covid19 getestet. Foto: Christin Schmidt
Von September bis November 2020 hatte das Praxisteam bereits 1500 Menschen gegen Grippe geimpft - so viele wie noch nie. „Es ist selbstverständlich, dass wir das machen. Niemand fragt, ob wir es schaffen. Und jetzt traut man uns nicht zu, unsere eigenen Patienten zu impfen? Das ist eine Katastrophe!“, findet Elisabeth Rantzsch klare Worte.
Ihrem Ärger machte Elisabeth Rantzsch im Gespräch mit meiner Kollegin Christin Schmidt Luft. „Unsere Patienten kommen zum Teil aus Schmetzdorf, Zollchow oder Vieritz, das sind rund 80 Kilometer – mehr als eine Stunde Autofahrt – bis zum Impfzentrum nach Falkensee. Wie weit sollen die Menschen noch fahren?“, fragt sich die Hausärztin. Zumal wie berichtet in den Sternen steht, wann im Impfzentrum in der Gartenstadt die erste Impfung stattfinden wird. Täglich würden sich in Milow Patienten erkundigen, ob sie in der Praxis geimpft werden können, denn sie wissen nicht, wie sie zum Impfzentrum kommen sollen, so Rantzsch. Und Konstanze Wagner ergänzt: „Jeden Tag, an dem wir nicht impfen, riskieren wir Menschenleben. Und jede Impfung schützt, ganz egal, ob wir jemanden impfen, der 65 oder 35 Jahre alt ist.“
Sie sehen - es gibt nach wie vor im Havelland eine Menge zu tun, um die Pandemie noch stärker und effektiver einzudämmen.
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Menschen aus dem Havelland

Seit 21 Jahren für den Förderverein der Oberschule Ketzin/Havel am Rödeln
Trotz Coronakrise: Bediri Oymak eröffnet seine Fahrschule in Falkensee
In Nennhausen ist die Feuerwehr Familiensache
Pflegeheim statt Bühne: Rathenower Clown im Krisenmodus
Frank Hübner erliegt mit 54 Jahren Covid19-Infektion
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Das MAZ-Fotorätsel der Woche

Wo steht diese Verkehrssäule? Foto: Marlies Schnaibel
Wo steht diese Verkehrssäule? Foto: Marlies Schnaibel
Wie gut kennen Sie das Havelland? An dieser Stelle können Sie Ihr Wissen testen. Heute fragen wir nach diesem Bauwerk: Wo befindet sich die Verkehrssäule mit den markanten Keramikplatten? 
Schicken Sie uns gern Ihre Antwort bis Montag, den 8. März, 12 Uhr, per E-Mail mit dem Kennwort „Bilderrätsel” an havelland@maz-online.de. Die Auflösung zu unserem Rätsel gibt es im nächsten Newsletter, der am 12. März erscheint.
MAZ-Fotorätsel – die Auflösung vom 26. Februar
Diesen Charakterkopf mit dem Charakterschnurrbart – den haben die Leser in Ribbeck ausgemacht. Und damit lagen sie richtig. Seit dem vergangenen Jahr ist er im Garten von Schloss Ribbeck zu sehen. Geschaffen hat die Skulptur der Künstler Frantek P. Riedel. Die Kulturstiftung Havelland hatte sie zuvor im Rahmen des Projekts „Kunst im öffentlichen Raum“ angekauft. 
Nach diesem Charakterkopf im Garten von Schloss Ribbeck war gefragt. Foto: Marlies Schnaibel
Nach diesem Charakterkopf im Garten von Schloss Ribbeck war gefragt. Foto: Marlies Schnaibel
Der Metallgestalter Frantek P. Riedel, der seit 1996 in Lietzow bei Nauen lebt, hatte die Arbeit während eines Symposiums im Fontanejahr 2020 geschaffen. Sie besteht aus einem drehbaren Kopf aus verzinktem Stahl und ist wie ein Scherenschnitt aus Metall angelegt. Und sie erinnert an den Dichter Theodor Fontane, der dem Dorf Ribbeck und dem Havelland ein besonderes Geschenk gemacht hat. Seine Ballade von „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ begeistert auch nach mehr als 100 Jahren noch und prägt den Tourismus in Ribbeck birnengerecht.
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Kulturelles Havelland

„Inglourious Basterds” wurde unter anderem in Nauen und Fort Hahneberg gedreht. Foto: DPA
„Inglourious Basterds” wurde unter anderem in Nauen und Fort Hahneberg gedreht. Foto: DPA
Die Kino-Abstinenz trifft auch die Berlinale – schwere Zeiten also für Filmfreunde. Und die denken im Havelland sicher gern an das vergangene Jahr zurück, als der Film „Undine“ im Wettbewerb der Berlinale lief und Paula Beer mit dem Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Der Film ist eine moderne Sicht auf die Undine-Geschichte von Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué, der vor 200 Jahren in Nennhausen lebte und damals ein gefeierter Schriftstellerstar war. Gefeiert wurde auch der Film „Undine“, wo unsere Region im Spannungsfeld mit der Metropole gewissermaßen den Sound liefert.
Das Havelland und das Filmgeschäft – sie sind schon vor Jahrzehnten eine enge Beziehung eingegangen. Die Nähe zu Berlin und Babelsberg bedeutet für die Filmemacher kurze Wege. Das Havelland ist Kulisse für vieles, den Havelländern bescherte das manche Aufregung. Vor Jahren war nahezu ganz Nauen aus dem Häuschen, wollte einen Blick auf Weltstar Brad Pitt oder wenigstens Til Schweiger werfen. Der Grund: Die Stadt war 2008 Drehort für Quentin Tarantinos Streifen „Inglourious Basterds”. Aus einem leer stehenden, unsanierten Haus wurde filmtechnisch ein französisches Lokal der 40er Jahre.
Wenn Nauen irgendwann einmal gänzlich saniert ist und aussieht wie geleckt, wird die Stadt als Filmkulisse möglicherweise uninteressant. Aber so gab es in den vergangenen Jahrzehnten viele Drehs, mitunter für später weithin bekannte und erfolgreiche Filme. Etwa in den 70er Jahren für „Jakob, der Lügner“ – der einzige DDR-Film, der je für einen Oscar nominiert wurde. Oder für „Solo Sunny“. Und da sind wir wieder bei der Berlinale. Konrad Wolfs letzter Film gewann 1980 den Filmkritikerpreis und die Hauptdarstellerin Renate Krößner erhielt den Silbernen Bären.
Zuletzt sorgten Dreharbeiten für den Streaminganbieter Netflix in der Funkstadt für Aufregung. Vor knapp einem Monat versuchte mein Kollege Steve Reutter vor Ort herauszufinden, für welches Projekt die Dreharbeiten mitten im Nauener Stadtzentrum stattfinden. Seitens des Produktionsteams hüllte man sich jedoch in Schweigen. Bis auf den Serientitel „Untitled Art Project“ gab man kaum Informationen bekannt.
So lange wir nun weiter auf die Wiedereröffnung der Kinos warten, empfehlen wir von Herzen ein DVD- oder Mediathek-Wochenende. Wenn Sie dabei das Havelland als Kulisse entdecken, umso besser.
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Unterwegs im Havelland: MAZ-Tipps der Woche

Hingucker in Buschow: Bienengarten und Dorfmuseum
Eine Menge zu sehen, zu erleben und zu lernen gibt es im Buschower Dorfmuseum sowie im anliegenden Garten von Eugen und Hannelore Falkenhagen. Wer einen Blick über ihren Gartenzaun in der Bahnhofstraße wagt, kann neben vielen selbst angefertigten Kunstwerken des einstigen Schlossers in der Agrargenossenschaft jedoch auch jede Menge Bienen entdecken.
Der Grund: Eugen Falkenhagen ist seit 40 Jahren leidenschaftlicher Imker. 14 Bienenvölker nennt er sein Eigen, zwei davon hält er im eigenen Garten. Mit ihnen bringt er das Leben der Bienen interessierten Besuchern näher, berichtete er meinem Kollegen Jürgen Ohlwein. Die anderen zwölf Völker stehen wenige hundert Meter von seinem Haus entfernt in der freien Natur. “Wir erzeugen Honig für den eigenen Bedarf und für den Verkauf am Gartenzaun. Als die ersten Sonnenstrahlen die Temperatur in diesem Jahr ansteigen ließen, wurden auch die ersten Bienen im Garten aktiv“, erzählt Eugen Falkenhagen.
Bei Eugen Falkenhagen sind die Bienen schon aktiv. Foto: Jürgen Ohlwein
Bei Eugen Falkenhagen sind die Bienen schon aktiv. Foto: Jürgen Ohlwein
Vor 60 Jahren kam er aus Posen an der Warthe in den Ortsteil der Gemeinde Märkisch Luch, wo er mit seiner Frau vor 50 Jahren das gemeinsame Haus kaufte. Das Grundstück der Familie beherbergt heute neben den Bienenvölkern auch ein Museum zur Geschichte des Dorfes Buschow, um das sich Ehefrau Hannelore kümmert. Hier sammelt die Familie alles aus der Vergangenheit des Dorflebens in Buschow. Was über viele Jahre im Ort passierte, wird in Gegenständen und Dokumentationen dargestellt. Zu allen Ausstellungsstücken gibt es auch eine Geschichte oder Anekdote, die Hannelore Falkenhagen den Gästen gern erzählt.
Ein Blicks ins Dorfmuseum Buschow. Foto: Jürgen Ohlwein
Ein Blicks ins Dorfmuseum Buschow. Foto: Jürgen Ohlwein
Wer das Museum betritt, kann sich von der Vielzahl nostalgischer Erinnerungen beeindrucken lassen. Viele Dinge, vom alten Pferdezaumzeug, Utensilien zum Hausschlachten, alten Haushaltsgeräten bis hin zu Musikinstrumenten gibt es zu sehen. Die Auswahl ist riesig. Besonders stolz ist Hannelore Falkenhagen auf ihre Sammlung von etwa 50 verschiedenen Kaffeekannen aus vergangenen Zeiten - die älteste aus dem Jahr 1898.
Die beiden Rentner widmen sich ganz und gar ihren Leidenschaften. Längst ist das kleine Museum und der Bienengarten der Falkenhagens überregional bekannt. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen gegenwärtig noch keine Besucher empfangen werden. Doch über Zaun lunschen, das geht bereits allemal. „Wir haben schon Wandergruppen und Fahrradtouristen vorbeifahren sehen. Aber wir dürfen keinen hereinlassen“, bedauern die beiden. Kürzlich habe eine Familie mit Kindern vor dem Haus gestanden und den Garten über den Zaun hinweg bestaunt. „Die hätten wir normalerweise hereingebeten. Besonders für Kinder gibt es hier viel zu entdecken und zu lernen. Auch telefonisch bekommen wir schon Anfragen", sagt Hannelore. Sie hofft, dass sie spätestens im Juni, “wenn der Honig so weit ist”, wieder Gäste empfangen können.
Abendidylle am Hohennauener See. Foto: Privat
Abendidylle am Hohennauener See. Foto: Privat
21 Kilometer rund um die drei Seen bei Semlin
Auch wenn seine letzte Tour auf dieser Route schon ein Weilchen zurück liegt: “Es ist unbedingt empfehlenswert. Dabei muss man auf keine Jahreszeit Rücksicht nehmen – solange es einigermaßen trocken ist.” Das sagt MAZ-Redakteur Joachim Wilisch mit Blick auf seinen Wochenendtipp.
Einmal im Jahr versammeln sich Freizeitsportler aus allen Ecken Deutschlands, um in Semlin den Drei-Seen-Lauf zu absolvieren. Von Semlin aus führt die Strecke um den Hohennauener See, den Witzker See und den Ferchesarer See, der wieder in den Hohennauener See übergeht.
Nun muss man die Tour nicht unbedingt sportlich im Sauseschritt angehen. Man kann die 21 Kilometer um den Hohennauener- und Ferchesarer See auch spazieren. Der Weg beginnt in Semlin und führt zunächst bis nach Hohennauen, dann am See entlang bis Wassersuppe. In den Dörfern gibt es eine Menge zu entdecken und Gelegenheit zur Rast bietet sich sowieso. Anschauen sollte man sich aber in Hohennauen die sanierte Dorfkirche. Auch die Kirche Wassersuppe ist einen Besuch wert. Von dort folgt eine längere Wegstrecke durch Wald und am See entlang bis Ferchesar. Dort gibt es ebenfalls eine Dorfkirche und einen schönen Ortskern.
Von Ferchesar aus geht es dann am See entlang zurück bis nach Semlin. Dort angekommen, hat man nicht nur das Ziel erreicht. Denn nimmt man sich im Frühjahr oder Sommer Zeit für diesen Ausflug, gibt es hier die dritte Dorfkirche zu besichtigen. Ausruhen kann man wunderbar am Seeufer, wo auch die vielen kleinen und großen Boote anliegen. Eines noch: Mit dem Fahrrad kann man diese Strecke auch bewältigen. Wer es gar nicht abwarten kann, sollte jedoch bedenken, dass die Gaststätten noch im Lockdown sind. Das heißt: Genügend Proviant einpacken.
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