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Langsam zum Schnelltest im Havelland ++ Gerichtsurteil nach tödlichem Radunfall ++ Schlechteste Straße im Havelland

Wir im HavellandWir im Havelland
Liebe Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie auch in dieser Woche wieder dabei sind. Freitags ist Newsletterzeit. Wir haben eine aufregende Woche erlebt. Für die größte Aufregung sorgte der Parteitag der Berliner AfD im beschaulichen Havelland. Und das war dann gar nicht mehr sooo beschaulich. Denn 400 Gegendemonstranten nicht nur aus dem Havelland kamen nach Paaren im Glien, um ihrem Unmut über die AfD Luft zu machen. Auch eisiger Wind und pitschiger Regen hielt sie nicht davon ab, Flagge zu zeigen. Die Botschaft war klar: Sie protestierten für ein vielfältiges Havelland. Das Havelland soll bunt bleiben. Meine Kollegen waren vor Ort und haben hier aufgeschrieben, wie Demo und Kundgebung vor dem MAFZ verliefen.
Ja, in einem bunten Havelland leben wir wohl. Obgleich es in der Stadt Rathenow zukünftig weniger Gelb zugehen wird. Und das nicht, weil ein Osterglockenverbot besteht, sondern weil die Post schließt. Längst werden also Filialen nicht mehr nur auf Dörfern, sondern auch in Städten dicht gemacht. So ändern sich die Zeiten. Dieser Newsletter, eine Neuigkeitsbrief gewissermaßen, erreicht Sie ja auch in Ihrem elektronischen Briefkasten. Die Rathenower jedenfalls sind sauer, das kann ich Ihnen sagen.
Journalisten sind es ja gewöhnt, über alles Mögliche zu schreiben: Aufregendes, Seltsames, Wichtiges, auch mal Langatmiges. Und eben auch über Trauriges und Emotionales. Der Tod eines Radfahrers und die Verhandlung gegen die 23-jährige Unfallverursacherin gehörten in dieser Woche dazu. Die Frau hatte in einer Kurve leichtsinnig überholt, der 79-jährige Radfahrer hatte keine Chance. Das Gericht hat nun entschieden. Das hat Schreiber wie Leser gleichermaßen bewegt. Und schon wird heftig debattiert: Acht Monate Bewährung für einen getöteten Menschen? Reicht das? Was meinen Sie?
Und sonst so, da war doch noch was? Ja, natürlich Corona. Ein Impfzentrum im Landkreis ist immer noch nicht eingerichtet, nun sollen auch noch Schnelltestcenter dazu kommen. Viel Wirrwarr und Unruhe. Derweil steigen die Infektions- und Inzidenzzahlen auch im Havelland wieder an. Das wird wohl noch ein ziemlich weiter Weg.
Trotzdem, oder gerade deshalb: Kommen Sie gut ins Wochenende und bleiben Sie gesund,
herzliche Grüße
Ihre Marlies Schnaibel
Haben Sie Anregungen, Kritik oder ein Thema, über das wir berichten sollen? Dann schreiben Sie mir gern an marlies.schnaibel@maz-online.de.
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Das waren die Top-Nachrichten in dieser Woche

Nach tödlichem Radfahrer-Unfall: So hat das Gericht entschieden
Am Freitag schließt die Hauptfiliale der Post: Das sagen die Rathenower dazu
Havelland: Michael Koch bewirbt sich um Posten des Beigeordneten
Schulen zwischen Zuversicht und Sorge: Wechselunterricht gestartet
AfD-Parteitag in Paaren: Das sagen die Havelländer auf der Demo
Das sind die Schnelltestzentren im Osthavelland
Premnitz, Rathenow, Milower Land: So läuft es mit den Testzentren im Westhavelland
Ketzin/Havel: Die Richtkrone über dem  Wohnkomplex „Am Stadtpark“ hängt
Dallgow-Döberitz: Logo für die 750-Jahr-Feier steht fest
Paulinenaue: Fliegerdorf soll auf dem Flugplatz entstehen
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MAZ-Aktion: Die schlechteste Straße im Havelland

Diese Schlaglochpiste in Priort (Wustermark) begutachtete MAZ-Redakteur Jens Wegener. (Foto: Jens Wegener)
Diese Schlaglochpiste in Priort (Wustermark) begutachtete MAZ-Redakteur Jens Wegener. (Foto: Jens Wegener)
Selten trudelten in der Redaktion so viele Nachrichten ein, wie bei unserer Aktion auf der Suche nach der “Schlechtesten Straße im Havelland”. Rund 40 Vorschläge standen am Ende auf der Liste, etliche Buckelpisten wurden gar mehrfach genannt. Quer durchs Havelland waren meine Kollegen unterwegs, um sich vor Ort einen Eindruck von diesen Straßen zu machen und auch mit den Anwohnern vor Ort zu sprechen. Deren Geschichten waren teils kaum zu glauben, das kann ich Ihnen versichern. Aufgeschrieben haben wir sie natürlich trotzdem. Nun steht das Voting für die Abstimmung, welche Straße denn nun wirklich die fürchterlichste im Landkreis ist, in den Startlöchern.
Aufgrund der Vielzahl an Einsendungen haben wir die Umfrage ins Ost- und ins Westhavelland aufgeteilt. Am Ende entscheiden die MAZ-Leser darüber, welche Piste den höchst unrühmlichen Titel der “schlechtesten Straße” erhält. Die Teilnahme am Voting ist in Kürze auf unserer Website möglich - kostenfrei, ohne Anmeldung oder Abo auf www.maz-online.de/Lokales/Havelland. Geben Sie Ihre Stimme gern ab. Wer mag, kann im Zuge der Teilnahme an der Verlosung eines Gutscheins teilnehmen - das ist aber ausdrücklich kein Muss!
Ich kann Ihnen sagen - unsere gesamte Redaktion ist gespannt wie ein Flitzebogen, wie die Havelländer entscheiden. Klar hat die Aktion jedoch aufgezeigt - es gibt noch viel zu tun auf den Straßen im Landkreis.
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Die Corona-Lage im Havelland

In Nauen wurde mit dem Impfen begonnen, über die Art und Weise gab es Kritik. Foto: Robert Roeske
In Nauen wurde mit dem Impfen begonnen, über die Art und Weise gab es Kritik. Foto: Robert Roeske
Täglich blicken wir auf die Zahlen: Und die sind nicht gut. Die Corona-Zahlen steigen wieder. Auch im Havelland. 31 neue Positiv-Fälle wurden am Donnerstag für das Havelland vermeldet. Auch der 7-Tage-Inzidenzwert geht nach oben, er lag am Donnerstag bei 69,3. Derweil übt die Region in den Disziplinen “Schnelltest” und “Selbsttest”. Mit dem Impfen geht es ja auch nicht so recht voran, aber wie soll das auch ohne Impfstoff funktionieren? Und wie mit dem vorhandenen Impfstoff gerecht umgehen? Da gab zuletzt es heftige Kritik an den Havelland Kliniken.
Was war geschehen? In einem anonymen Brief wurden Vorwürfe erhoben. Klinikmitarbeiter hätten ungerechtfertigt zu den ersten Impflingen gehört, obgleich sie nicht zur höchsten Priorisierungsgruppe gezählt und auch keinen Kontakt mit Patienten hätten hieß es da. Klinik-Sprecherin Babette Dietrich nahm ausführlich Stellung zu den Vorwürfen und räumte diese aus. So erklärte sie den Vorlauf der Impfstrategie im Klinikverbund, der bereits im Herbst vergangenen Jahres einsetzte. Dietrichs Schilderungen erlauben auch einen Blick hinter Kulissen der Kliniken und wie diese sich im Pandemieverlauf völlig neu aufstellen mussten. 60,4 Prozent der Klinikmitarbeiter sind im Übrigen bis heute geimpft - natürlich auf freiwilliger Basis, wie Babette Dietrich betont.
Und auch in dieser Woche wollen in unserem Newsletter das Stichwort “Impfzentrum” (im Havelland) nicht außen vor lassen. Anfang April soll dieses wohlgemerkt ja in Betrieb genommen werden. Ob diese Deadline nach dem letzten Impfstoffdebakel und damit erneut eingeschränkten Ressourcen noch zu halten ist? Das Havelland war bislang ja schon nicht unbedingt vorgeprescht, wenn es um eine schnelle Lösung ging. In der Falkenseer Stadthalle wird indes bereits geschraubt und gehämmert. Nach MAZ-Informationen steht ein Großteil der Ausstattung in der Halle inzwischen auch. Der Landkreis hält sich mit Details nach wie vor zurück. Die Suche nach Personal indes, welches im Impfzentrum dann tätig werden soll, läuft jedoch bereits auf Hochtouren, wie entsprechende Ausschreibungen zeigen.
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Menschen aus dem Havelland

Von Aal bis Zander: Diese beiden Falkenseer lieben das Angeln
Rathenow: "Frequency" will endlich wieder die Bühne rocken
Falkensee: Die Spezialisten für einen richtig guten Whisky
Rathenow: Ein Mathematiker im Dienst der schönen Künste
Nauen: Marina Schmidt lebt für den Karneval
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Das MAZ-Fotorätsel der Woche

Neugotischer Schmuck - aber wo? (Foto: Marlies Schnaibel)
Neugotischer Schmuck - aber wo? (Foto: Marlies Schnaibel)
Wie gut kennen Sie das Havelland? An dieser Stelle können Sie Ihr Wissen testen. Heute fragen wir nach dieser Stuckrosette. Man findet sie an der Kirche in einem Dorf, dessen neogotische Bauen weit über Brandenburgs Grenzen hinaus bekannt sind. Und wer sich besonders gut auskennt, der weiß auch, was der Vogel in der Mitte der Stuckrosette zu bedeuten hat. 
Schicken Sie uns gern Ihre Antwort bis Montag, den 22. März, 12 Uhr, per E-Mail mit dem Kennwort „Bilderrätsel” an havelland@maz-online.de. Die Auflösung zu unserem Rätsel gibt es im nächsten Newsletter, der am 26. März in Ihr Postfach kommt. 
MAZ-Fotorätsel – die Auflösung vom 12. März
Grün, gelb, rot, blau – diese Streifen schmücken den neuen Grundschulbau in Dallgow-Döberitz. Die Grundschule mit ihren zwei Standorten an der Weißdornallee und an der Wilmsstraße war längst zu klein geworden für die rund 800 Schüler, die hier das Lesen und Rechnen und noch viel mehr lernen.
Der Erweiterungsbau der Dallgower Grundschule. Foto: Marlies Schnaibel
Der Erweiterungsbau der Dallgower Grundschule. Foto: Marlies Schnaibel
So wurde an der Wilmsstraße/Ecke Steinschneiderstraße ein alter Flachbau flach gemacht und der bestehenden Schule ein schmucker Anbau hinzugefügt. Und weil Architekten an Schulen offensichtlich etwas mutiger bei der Gestaltung sind, erhielt das Haus das Farbspektrum fürs Erdgeschoss. Das Ganze erinnert an Buntstifte und setzt sich als Thema im Innern der Schule fort. Im vergangenen Jahr war der Erweiterungsbau eröffnet worden. Rund 6 Millionen Euro kostete der Neubau. Weit mehr als sechs Jahre war aber im Vorfeld über den Bau gestritten und diskutiert worden.
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Kulturelles Havelland

Kunst in der Kirche Zeestow. (Foto: Marlies Schnaibel)
Kunst in der Kirche Zeestow. (Foto: Marlies Schnaibel)
Sie nennt sich Autobahnkirche und ist längst nicht nur für Autobahnautofahrer gedacht. Die Zeestower Dorfkirche ist auch für Radfahrer und Fußgänger offen zur Einkehr. Und sie ist eine gute Adresse für Freunde guter Malerei. Egal, ob sie mit dem Auto, Rad oder per pedes kommen.
Denn in dieser Kirche hängen zwölf besondere Bilder. Es sind die großformatigen Apostelbilder von Volker Stelzmann. Als Modell wählte Stelzmann Stadtstreicher und Obdachlose, wie auch Jesus sie berufen hatte. Ein moderner und umstrittener Ansatz, der auch polarisiert. Der gebürtige Dresdner hatte die Bilder 1988 gemalt. Damals lebte er in Westberlin und verband biblische Stoffe mit gegenwärtigen Straßenszenen
Volker Stelzmann gehört zu den bekanntesten deutschen Malern der Gegenwart. Er hatte nach einer Lehre als Feinmechaniker an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studiert. Seinen Arbeiten ist die intensive Auseinandersetzung mit Werken von Rosso Fiorentino, Otto Dix und der Neuen Sachlichkeit anzusehen. Stelzmann wurde 1979 Dozent an de Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, 1982 bekam er dort eine Professur, fünf Jahre später bekam er eine Gastprofessur an der Städelschule Frankfurt am Main, anschließend wurde er zum Professor für Malerei an die Berliner Universität der Künste berufen. Bis 2006 hat er hier unterrichtet.
Stelzmann lebt heute in Berlin. Seine Werke sind in bedeutenden Sammlungen wie der Neuen Nationalgalerie Berlin, dem Kupferstichkabinett Dresden und dem Albrecht-Dürer-Haus Nürnberg vertreten. Und eben auch in Zeestow.
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Unterwegs im Havelland: MAZ-Tipp der Woche

Ein Bretone auf dem Rathenower Wochenmarkt. Foto: Markus Kniebeler
Ein Bretone auf dem Rathenower Wochenmarkt. Foto: Markus Kniebeler
Heute wird es an dieser Stelle wieder kulinarisch. Mein Kollege Markus Kniebeler sah sich für den “MAZ-Tipp der Woche” kürzlich auf dem Rathenower Wochenmarkt um und traf dort auf Gildas Voland. Der war erst mal geradezu empört. „Franzose?“, schnaubte er auf die entsprechende Frage des Reporters. „Ich bin kein Franzose. Ich bin Bretone!
Der Mann, der aus der Nähe der für ihre Menhire bekannten Stadt Carnac stammt, hat Temperament – das wurde meinem Kollegen schnell klar. Dieses Temperament setzt er auch ein, um seine Waren an den Kunden zu bringen. Denn wer an seinem Stand mit dem Namen „Petit Coin de France“ (Kleine Ecke Frankreichs) stehen bleibt, hat, wenn er sich nicht nach Kräften wehrt, schon bald ein Stück Salami in der Hand. „Kosten Sie“, animiert der Bretone gern. „Eine bessere Salami werden Sie so schnell nicht finden.“
Ganz unrecht hat der Mann, der seit Anfang des Jahres im Zwei-Wochen-Rhythmus auf dem Rathenower Wochenmarkt vertreten ist, nicht. Die Würste, die er zum Teil von Fleischern aus der Bretagne, zum Teil aus dem südfranzösischen Departement Ardeche bezieht, sind das, was man neudeutsch als authentische Lebensmittel bezeichnet: klare Herkunft, an der Luft getrocknet, ohne künstliche Aromen und Konservierungsstoffe. Keine Massenware, sondern handwerklich gefertigte Qualitätsprodukte.
Rund 30 verschiedene Salamisorten hat Gildas Voland im Angebot. Mit Steinpilzen, mit Kräutern der Provence, mit Walnuss, mit Feige, mit Knoblauch und vielem mehr. Außerdem kann man bei ihm Käse kaufen, Pasteten und Aufstriche sowie ausgesuchten Schinken. Na, läuft Ihnen auch schon das Wasser im Munde zusammen?
Der Mann, der in jungen Jahren auf dem Sprung war, Profifußballer zu werden, lebt seit über 30 Jahren in Berlin. Studiert hat er dort – und ist hängen geblieben. Irgendwann hat er gemerkt, dass die Deutschen auf französische Lebensmittel stehen. Seitdem tingelt er mit seiner „Kleinen Ecke Frankreichsdurch die Republik. Und macht auch die Menschen in Rathenow glücklich. Am kommenden Mittwoch, den 24. März, ist die nächste Gelegenheit, seine Produkte zu testen.
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