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Kuriose Ortsnamen im Havelland ++ Impfzentrum in Rathenow eröffnet ++ Warnung vor teurer SMS-Falle

Wir im HavellandWir im Havelland
Liebe Leserinnen und Leser,
recht herzlich begrüße ich Sie zu unserem dieswöchigen Newsletter, wieder voll bepackt mit vielen, ganz unterschiedlichen Themen quer durch die Region.
So schön ist das Havelland. Das wusste ich schon immer. Aber nach meiner Tour vor einigen Tagen einmal quer durch den westlichen Teil – wir waren auf der Suche nach Orten mit kuriosen Namen – kann ich einmal mehr bestätigen: hier lebt es sich richtig gut. Über die B5 ging es nach Kotzen und Rathenow. Von dort gemütlich nach Wassersuppe und Ohnewitz. Ich liebe die Landschaft und die Bauwerke in den Dörfern. Klar: Die Fahrt durch Stölln am Flugzeug vorbei weckte noch einmal Erinnerungen. Denn als kleiner Junge war ich oft dort und habe mit meinen Eltern den Flieger bestaunt. Das Ost-Havelland ist nicht minder spannend. Gerade, wenn es abends inzwischen wieder länger hell ist, die Sonne später untergeht. Da macht die Fahrt über Schönwalde, Pausin und Paaren doppelt Spaß. Und – irre viele Pferde gibt es zu sehen. Auch das zeichnet das Havelland aus und sorgt auf jeden Fall für gute Stimmung.
Wie jeden Freitag haben wir im Newsletter heute wieder die spannendsten Themen der vergangenen Tage für Sie zusammengetragen. Wir wollen Ihnen Nachrichten liefern, Menschen vorstellen und berichten, was das Havelland derzeit bewegt. Klar, Corona hat auch in diesen Tagen das Sagen. In Rathenow ist das neue Impfzentrum an den Start gegangen. 200 Menschen haben dort zum Start die erste Impfung erhalten. Vielerorts kann man sich inzwischen testen lassen. MAZ-Mitarbeiterin Christin Schmidt hat es ausprobiert und war begeistert, wie organisiert das abläuft.
Ein großes Kompliment möchte ich an dieser Stelle allen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr aus dem Havelland aussprechen: Sie alle leisten tolle Arbeit. Wieder gab es einen Großbrand in der Region, diesmal in Rathenow. Die Einsatzkräfte haben Schlimmeres verhindert. Ein herzliches Dankeschön dafür!
Wir hoffen, dass Sie sich auch in dieser Woche mit dem Newsletter gut unterhalten fühlen und bei unserem Fotorätsel richtig liegen. Und: Wenn Sie einen Ort mit einem verrückten Namen aus der Region kennen - dann schreiben Sie mir. Ich komme Sie gern besuchen in Ihrem Ort.  
Bis dahin bleiben Sie gesund, kommen Sie gut über das Wochenende und in die neue Woche,
es grüßt Sie herzlich
Ihr Sebastian Morgner
Haben Sie Anregungen, Kritik oder ein Thema, über das wir berichten sollen? Dann schreiben Sie mir gern an sebastian.morgner@maz-online.de.
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Das waren die Top-Nachrichten in dieser Woche

Von Kotzen bis Ohnewitz – Orte im Havelland mit besonders kuriosen Namen
Havelland: Aufstallungspflicht für Geflügel aufgehoben
Falkensee: Anliegerstraßenbau in Bauausschuss zurück verwiesen
Olympisches Dorf Elstal: Darum droht Zeitverzug im zweiten Bauabschnitt
Nauen: Standort für geplanten Hybrid-Solarpark umstritten
Premnitz: Zweitschlechteste Straße wird vor der schlechtesten saniert
Nauen: Teure Telefonfalle – tausende SMS verschickt
Falkensee: Tierheim schlägt Alarm - neue Mitglieder gesucht
Havelland: Forschungsteam der Charité untersucht Mobilität
Grütz: Investor versetzt das Dorf in Aufregung
Schönwalde-Glien: Grünefelder Feuerwehr rückt zum Corona-Test an
Wustermark: Bald soll es Ehrenbürger geben
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Die Corona-Lage im Havelland

An der Registratur werden die Formalien erledigt. (Foto: Joachim Wilisch)
An der Registratur werden die Formalien erledigt. (Foto: Joachim Wilisch)
Der Weg war steinig, doch seit dieser Woche hat nun auch das Westhavelland endlich und offiziell ein Impfzentrum. Manch einer mag sich vielleicht gar nicht mehr so recht erinnern. Wir haben die Entwicklung bis zur ersten Impfung in der Havellandhalle seit inzwischen fast einem halben Jahr intensiv begleitet. Ursprünglich hatten die Kassenärztliche Vereinigung und Brandenburgs Gesundheitsministerium gar kein Impfzentrum für das Havelland vorgesehen. Ausgerechnet für einen Flächenlandkreis wie unseren. Der Protest ließ nicht lange auf sich warten. Auch in der MAZ-Redaktion laufen bis heute fast täglich die Telefonleitungen heiß, berichten uns die Havelländer von ihren teils obskuren Erfahrungen mit Impfterminen, Nicht-Terminen und Odysseen und weiten Fahrten bei der Jagd nach der begehrten Impfung.
Am 1. April ging das Impfzentrum im Osthavelland, in der Falkenseer Stadthalle in Betrieb. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass nun just am Mittwoch dieser Woche das inzwischen vom Land eingerichtete “Impfkabinett” die Terminvergabe für Erstimpfungen erneut ausbremste. Der Grund: der nach wie vor herrschende Impfstoffmangel.
Welche Auswirkungen diese Neuentwicklungen ganz konkret auch für das erst am Mittwoch eröffnete Impfzentrum in der Rathenower Havellandhalle hat, ist noch gar nicht absehbar und bleibt abzuwarten. Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger sprach am Mittwoch jedenfalls erst einmal von einem „Tag der Erleichterung“ . Auf insgesamt vier Impfstraßen kann in der Havellandhalle nun gegen das Coronavirus geimpft werden. 200 Impfungen wurden am Eröffnungstag verteilt. Rund 20 Helfer sind Impfzentrum im Einsatz, Unterstützung gibt es auch hier von der Bundeswehr. Geöffnet ist es von Montag bis Freitag, 10 bis 19 Uhr. Wie in allen anderen Impfzentren gilt auch hier: ohne Termin keine Impfung. Sicherheitspersonal und Mitarbeiter kümmern sich entsprechend vor Ort um den Zugang in die Halle.
Die Situation in den Krankenhäusern (Symbolbild) ist nach wie vor angespannt. (Foto: DPA/Francisco Seco)
Die Situation in den Krankenhäusern (Symbolbild) ist nach wie vor angespannt. (Foto: DPA/Francisco Seco)
Auch die aktuellsten Zahlen möchten wir Ihnen wie gewohnt im Newsletter mitliefern. Nach den Ostertagen sind diese inzwischen erwartungsgemäß wieder angestiegen. Für das Havelland wurden am gestrigen Donnerstag 58 neue Positivfälle vermeldet. Damit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz weiter auf nun 173,0 an. Zu Wochenbeginn, am Montag, hatte sie noch bei 139,3 gelegen.
Insgesamt wurden bis heute im Havelland 5395 Corona-Erkrankte registriert. 168 Havelländer verstarben an oder mit dem Virus. In ganz Deutschland gedenken am kommenden Sonntag auf Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) Kommunen und Städte der an oder mit Corona Verstorbenen. Im Land Brandenburg waren dies bis zum Donnerstag 3429 Menschen.
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Menschen aus dem Havelland

Ein Fels in der Brandung – so arbeitet ein Trauerredner
Michael Koch freut sich auf die Aufgabe als Beigeordneter
Jana Ost eröffnet eigenen Pflegedienst in Premnitz
Maia-Thea Kubis überlegt, Café Maiko in Falkensee zu verkaufen
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Das MAZ-Fotorätsel der Woche

Wo findet sich dieser Namenszug? (Foto: Marlies Schnaibel)
Wo findet sich dieser Namenszug? (Foto: Marlies Schnaibel)
Wie gut kennen Sie das Havelland? An dieser Stelle können Sie Ihr Wissen testen. Heute geht es um einen Namenszug. Ist es ein Versprechen, ist es ein Flehen, ist es eine Erinnerung? Wir wollen wissen, an welchem Haus in Falkensee “Gotthilf’s” zu finden ist.
Schicken Sie uns gern Ihre Antwort bis Montag, den 19. April, 12 Uhr, per E-Mail mit dem Kennwort „Bilderrätsel” an havelland@maz-online.de. Die Auflösung zu unserem Rätsel gibt es im nächsten Newsletter, der am 23. April in Ihr Postfach segelt. 
MAZ-Fotorätsel – die Auflösung vom 9. April 2021
Gesucht war das Kriegerdenkmal an der Seegefelder Kirche. (Foto: Marlies Schnaibel)
Gesucht war das Kriegerdenkmal an der Seegefelder Kirche. (Foto: Marlies Schnaibel)
Heldenhaftes Sterben fürs Vaterland. So hat der Schöpfer dieses Denkmal genannt, welches an die Toten des Weltkrieges von 1914 bis 1918 erinnert und an der Falkenseer Bahnhofstraße, neben der Seegefelder Kirche steht. Die Namen sind inzwischen stark verwittert. Mit Mühe können sie im roten Sandstein noch entziffert werden: H. Feldtmann, W. Liebrecht, G.J. und W. Mehls. Zweimal Schorries, dreimal Schulze, dreimal Schünke. Es sind Namen zumeist junger Männer, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben ließen. An nahezu jeder Kirche im Havelland und in ganz Deutschland finden sich solche Denkmäler. Dieses ist ein fast romantisch anmutendes Erinnerungsmal. Das plastische Relief geht auf antike Vorbilder zurück: Der nackte Jüngling haucht sein Leben aus. Hier allerdings mit Stahlhelm auf dem Kopf.
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Kulturelles Havelland

Lesen in Pandemiezeiten: Die Falkenseer Buchhandlung Kapitel 8 ist vorbereitet. (Foto: Ulrich Hansbuer)
Lesen in Pandemiezeiten: Die Falkenseer Buchhandlung Kapitel 8 ist vorbereitet. (Foto: Ulrich Hansbuer)
Lesen und lesen lassen. So lautet das Motto der Falkenseer Buchhandlung „Kapitel 8“. Die Brandenburger Buchläden dürfen nach wie vor ohne Termin, mit Maske und gebotenem Mindestabstand betreten werden. Und so öffnet auch der Buchladen in der Bahnhofstraße 6 in der Gartenstadt. Nicht nur zum Stöbern und Kaufen lädt er ein, sondern auch zu Veranstaltungen. Eigentlich.
„Im Moment ist nicht absehbar, ob und wie wir unsere geplanten Lesungen durchführen können. Aber wir sind vorbereitet“, sagt Manuela Dietzsch. Denn die Betreiberinnen des Geschäfts haben für dieses Jahr bereits vier Veranstaltungen zu neuen Büchern in ihrem Kalender zu stehen. Die Lesungen finden im „Tryambakam“, im Raum über der Buchhandlung statt. Der Zugang ist leider nicht barrierefrei, über eine Treppe geht es nach oben. 
In dem Veranstaltungsraum mit dem komplizierten Namen könnte es, so Corona will, am 8. Mai losgehen. Sophie Krause aus Nauen liest aus ihrem Buch „Frühwarnsystem“. Für den 29. Mai ist Eva Freitag mit ihrer musikalischen Lesung „Music on Tour“ angekündigt. Die Autorin und Musikerin plant dann, ihr Cello dabei zu haben.
Ein Kinderbuch, das auch Erwachsene erreicht, ist Dorothea Flechsig mit „Das unsterbliche Nashorn“ gelungen. Die Falkenseer Autorin stellt das Buch, eigentlich gedacht für Kinder ab zehn Jahren, am 5. Juli vor. MAZ-Redakteurin Marlies Schnaibel hat das Buch schon mal gelesen und empfiehlt es gern weiter.
Tim Pieper bei seiner Lesung "Stille Havel". (Foto: Judith Meisner)
Tim Pieper bei seiner Lesung "Stille Havel". (Foto: Judith Meisner)
Mit Tim Pieper hat sich zudem ein Meister des Regionalkrimis angekündigt. Er will am 30. Oktober aus seinem fünften Havelkrimi lesen, den er mit „Finstere Havel“ überschrieben hat. Der Autor ist kein Unbekannter in Falkensee, bei seiner Lesung 2019 wollten jede Menge Besucher mehr über die “Stille Havel” wissen.
Das Kapitel-8-Team hofft, dass Corona die geplanten Veranstaltungen zulässt. Denn die Begegnungen mit begeisterten Leserinnen und Lesern sind auch für die Buchhändlerinnen sozusagen das Salz in der Suppe.
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Unterwegs im Havelland: MAZ-Tipp der Woche

Mit Johannes Westerkamp auf Erkundungstour am ehemaligen Militärflugplatz. (Foto: Max Braun)
Mit Johannes Westerkamp auf Erkundungstour am ehemaligen Militärflugplatz. (Foto: Max Braun)
Manchmal sieht man auf den ersten Blick nichts. Oder fast nichts. MAZ-Reporter Max Braun erging es so, als er ein Areal gleich hinter Karls Erlebnis-Dorf erkundete. Er hatte sich allerdings einen fachkundigen Wegbegleiter mitgenommen: den Dallgower Johannes Westerkamp, der seit knapp zehn Jahren mit seinen „Terra Incognita Tours“ touristische Führungen unter anderem im Havelland anbietet. Und so stiefelten die beiden über den einstigen Militärflugplatz Döberitz bei Elstal.
Wir wollen die Geheimnisse von alten Bauwerken und historischen Standorten vor der eigenen Haustür lüften”, berichtete Max Braun von seiner mehrstündigen Tour. Der Weg führte ihn von einem unscheinbaren Feld zum ehemaligen Zentrum der deutschen Fliegerei.
Als „Provisorische Fliegerschule Döberitz“ war der Flugplatz Döberitz im Frühling 1910 eröffnet worden und stellte somit den ersten militärischen Flugplatz des Kaiserreiches dar.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich das Gelände nicht nur zu einem Ausbildungszentrum für Jagdpiloten, sondern auch zu einem Technologiezentrum, würde man heute sagen. Hier wurde unter anderem einer der ersten Flugsimulatoren der Welt genutzt.
Überreste des einstigen Militärflugplatztes. (Foto: Max Braun)
Überreste des einstigen Militärflugplatztes. (Foto: Max Braun)
Heute ist die einstige Landebahn zugewuchert, ein Stück neben dem ehemaligen Flugfeld liegen noch die gut zehn Meter hohen, sogenannten Justierschießanlagen, bei denen die Maschinengewehre der Jagdflugzeuge vor dem Start auf ihre Zielgenauigkeit getestet wurden. Die Zielscheiben wurden vor der großen Öffnung der Gebäude platziert und die massive Konstruktion aus Beton und Stahl diente als Kugelfang.
Ab 1931 wurden damals drei futuristisch anmutende Hangars gebaut, von ihnen sind nur Fotos überliefert - und der eine oder andere Ziegelstein auf dem Gelände. Auch vom einstigen Flugturm blieben nur Fundamentreste. Der Flugplatz, von den Nazis intensiv genutzt, war ab 1960 von der Sowjetarmee aufgegeben worden. Und so ist heute ein Spaziergang über das einstige Militärgelände ein Ausflug in Historie und Natur gleichermaßen. Spannend ist dieses Stück deutscher Geschichte so oder so auf jeden Fall.
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